counter create hit

Durchschnittliche Pension In österreich


Durchschnittliche Pension In österreich

Letztens beim Mittagessen mit meiner Oma: Sie bestellt einen Wiener Schnitzel, ich — wie ein absoluter Millennial — einen veganen Burger. Plötzlich seufzt sie tief, schaut auf die Rechnung und sagt: „Weißt du, mein Schatz, davon könnte ich mir heute noch eine zweite Woche leisten. Früher war das anders.“ Ich nicke wissend, denk aber natürlich nur an meine überzogene Kreditkarte. Und dann fällt der Satz, der alles verändert: „Aber von meiner Pension kann ich mir ja kaum noch einen einzigen Schnitzel pro Woche gönnen.“

Boom. Da sitzt sie, die Realität. Und ich frage mich: Wie soll das eigentlich bei uns aussehen? (Spoiler: Wahrscheinlich nicht mit goldenen Tellern und Luxus-Kaffee aus Triest.)

Die magische Zahl: Wie viel ist durchschnittlich?

Also, was ist denn nun die durchschnittliche Pension in Österreich? Ich habe mich durch Tabellen und Grafiken gequält (danke, Statistik Austria, für den Kopfschmerz). Die nackte Zahl: etwa 1.900 Euro brutto pro Monat für Männer und knapp 1.200 Euro brutto für Frauen. Ja, du liest richtig. Da klafft eine Lücke, durch die ein ganzer Lkw voller Ungerechtigkeit fahren könnte. Netto bleiben dann oft 1.500 Euro für Männer und unter 1.000 Euro für Frauen übrig. „Brutto, netto, was ist das schon?“, denkst du vielleicht. Ist halt das Geld, mit dem du nach 40 Jahren Schuften deine Miete, deine Heizung und dein Essen bezahlen musst.

Must Read

Frauen, Männer und das Pensions-Paradox

Hier wird es richtig fies. Frauen leben ja bekanntlich länger – na toll, dann haben sie auch länger Zeit, mit weniger Geld auszukommen. Der Grund ist klar: Kindererziehung, Teilzeit, Pflegearbeit. Alles unbezahlte oder schlecht bezahlte Arbeit, die sich später in der Pension rächt. Meine Oma hat 30 Jahre gearbeitet, dann 15 Jahre meinen Opa gepflegt. Heute bekommt sie 1.100 Euro. Mein Onkel, der nie länger als 20 Stunden die Woche gearbeitet hat, aber immer Vollzeit angemeldet war? Der bekommt das Doppelte. Ironie des Schicksals? Oder einfach nur unsozial? Ist halt Österreich – Land der Berge, Land der Täler, Land der Pensionslücke.

Positive Entwicklung der Pensions- und Vorsorgekassen in Österreich
Positive Entwicklung der Pensions- und Vorsorgekassen in Österreich

Das große “Wie überlebe ich den Ruhestand?”-Spiel

Stell dir vor, du gehst mit 65 in Pension. Du hast dein Leben lang brav eingezahlt. Und dann? Dann darfst du rechnen: 1.500 Euro Miete für eine 2-Zimmer-Wohnung in Wien. 300 Euro für Strom, Heizung, Internet. 200 Euro für Lebensmittel, wenn du auf Sonderangebote achtest. Bleiben vielleicht noch 500 Euro für Hobbys, Reisen, Geschenke für die Enkel. Oh, und die Inflation. Die ist auch noch da. Sie frisst dir die Butter vom Brot – und zwar wortwörtlich, denn eine Packung Butter kostet mittlerweile 4 Euro. „Früher war das noch ein Zehner für drei Packungen!“, würde meine Oma jetzt sagen. Früher. Ja. Früher.

Österreich hat ein Umlageverfahren. Das heißt, die heute Arbeitenden zahlen für die Pensionen der heute Alten. Klingt solidarisch, oder? Solange es genug Junge gibt? Hust. Die Babyboomer gehen in Rente, die Generation Z hat weniger Kinder und arbeitet oft in prekären Jobs. Da kann das System schnell wackeln. Kein Grund zur Panik, aber ein guter Grund, eine zweite Tasse Kaffee zu trinken und ein bisschen nachzudenken.

Starke Performance von Österreichs Pensions- und Vorsorgekassen im Jahr
Starke Performance von Österreichs Pensions- und Vorsorgekassen im Jahr

Was tun? Nicht nur jammern, sondern handeln!

Also, was lernen wir daraus? Dass die durchschnittliche Pension in Österreich knapp bemessen ist, vor allem für Frauen. Aber: Jammern allein hilft nicht. Was also tun? Erstens: Nebenbei was ansparen. Keine Lust auf Aktien? Okay, dann einen Bausparer oder eine Lebensversicherung. Zweitens: Politik nerven. Ja, du! Schreib deiner Abgeordneten, diskutier im Wirtshaus, teile diesen Artikel. Denn leise sein bringt dir keine höhere Pension. Drittens: Solidarität üben. Wenn deine Nachbarin nur 900 Euro bekommt, lad sie auf einen Kaffee ein. Oder bring ihr selbstgemachte Marmelade vorbei. Man muss kein Millionär sein, um anständig zu sein.

Und zu guter Letzt: Nimm deine Oma öfter zum Schnitzel ein. Sie hat es sich verdient – und mit etwas Glück kann sie sich bald wieder zwei leisten.

You may also like