Wieviel Verdient Der Bundespräsident
Stell dir vor: Du sitzt abends auf der Couch, isst Chips und zappst durchs Programm. Plötzlich siehst du ihn: Frank-Walter Steinmeier – den Bundespräsidenten –, wie er mit ernster Miene eine Rede hält. Irgendwie feierlich, irgendwie weit weg. Und während er von „Verantwortung“ und „Demokratie“ spricht, fragst du dich, ob du dir wohl grade denkst: „Was kriegt der eigentlich dafür? Reden halten und Hände schütteln? Klar, Protokoll, aber wie viel ist das wert – in Euro?“ – Ja, genau dieses Gefühl kenne ich. Also habe ich nachgehakt. Und was ich rausgefunden habe, wird dich vielleicht überraschen. (Oder auch nicht – je nachdem, ob du heute schon mit einem Bundespräsidenten gefrühstückt hast.)
Das Gehalt: Kein ganz normaler Job
Also, die nüchterne Zahl: Der Bundespräsident verdient rund 238.000 Euro brutto im Jahr. Das klingt nach viel – ist es auch, keine Frage. Aber mal ehrlich: Wenn du dir die Verantwortung anguckst, die da auf den Schultern lastet? Ständig Repräsentant des ganzen Landes sein, nie einfach „nur“ Privatperson? Dazu die vielen Termine, Reden, Staatsbesuche und Krisengespräche. Da kommt dieser Betrag fast schon wie ein fairer Ausgleich rüber. Oder siehst du das anders? (Kleine Randnotiz: Das ist weniger als das Gehalt mancher DAX-Vorstände für einen einzigen Monat. Nur so zur Einordnung – aber ich schweife ab.)
Nicht nur Gehalt: Was ist mit den Extras?
Ja, es gibt kein Weihnachts- oder Urlaubsgeld für den Bundespräsidenten – das fanden die Väter des Grundgesetzes wohl zu kitschig. Dafür kriegt er einen Haufen wirklicher Goodies:
- Dienstvilla in Berlin (Schloss Bellevue) – Möbel inklusive.
- Dienstwagen mit Fahrer – und zwar einen dicken Mercedes S-Klasse, gepanzert. Kein 25-Jahre alter Golf.
- Reisekosten – alle offiziellen Reisen werden komplett bezahlt (Flüge, Hotels, Bodyguards, sogar die Nudelsuppe im Flieger).
- Personal – vom Koch bis zum Redenschreiber: Ein ganzer Stab sorgt dafür, dass der Alltag läuft.
Also: Der Bundespräsident lebt nicht wie ein König, aber wie ein sehr gut versorgter Staatsdiener. Stell dir vor, du müsstest nie mehr über deine Nebenkostenabrechnung nachdenken – das ist irgendwie der Punkt. Aber heißt das, er hat es wirklich bequem? Kommt drauf an, wie du „bequem“ definierst. Jede Woche Reden schreiben, die die halbe Nation kritisiert? Ständig Anzug tragen? Hmm.
Die Krux mit der Steuer – ein kleiner Haken
Aber halt – bevor du jetzt neidisch wirst: Das Gehalt wird ganz normal versteuert. Keine Steuerfreiheit, kein Schlupfloch. Frank-Walter Steinmeier zahlt also Steuern wie du und ich – na ja, vielleicht ein bisschen mehr, weil er mehr verdient. Aber immerhin: Er ist auch nur ein Bürger, der seinen Lohnzettel vom Finanzamt kriegt. (Und wahrscheinlich eine sehr lange Steuererklärung. Stell dir die Belege für die 1.000 Dienstessen pro Jahr vor.)

Übrigens: Nach dem Ausscheiden gibt es ein Übergangsgeld – 50% des Gehalts, maximal zwei Jahre. Danach gibt es eine normale Pension, die aber nicht vererbbar ist. Also kein „Steinmeier-Millionen-Erbe“ für die Enkel. Das System ist darauf ausgelegt, dass man den Job macht und dann wieder in die Privatwirtschaft zurücktritt – oder ins Rentnerdasein mit Vorträgen.
Ist das jetzt viel oder wenig? Eine kleine Wertung
Klar, 238.000 Euro sind für die meisten von uns ein Traum. Aber Vergleich mal: Der Bundeskanzler verdient etwa 351.000 Euro im Jahr, ein NATO-Generalsekretär noch mehr. Und die CEOs großer Konzerne sitzen bei mehreren Millionen. Gemessen an der Verantwortung – du stehst für die ganze Nation, jeder Fauxpas ist international peinlich –, finde ich das Gehalt eigentlich fast bescheiden. Aber das ist natürlich eine Frage der Perspektive. Vielleicht denkst du: „Der hat ja auch keine 60-Stunden-Woche im Supermarkt.“ Stimmt. Aber einen 24/7-Job, bei dem du immer lächeln musst, egal, ob dir der Magen grummelt oder du dich mit dem Protokollärger streitest.

Witziger Fakt am Rande: Der Bundespräsident darf sein Amt nicht ausüben, um reich zu werden – das würde auch gar nicht gehen. Die Vergütung ist bewusst niedrig gehalten, um das Amt vor Korruption zu schützen. Also: Kein Präsident wird Milliardär durch sein Amt. (Außer er schreibt später ein Buch. Aber das ist ein anderes Thema.)
Fazit: Wieviel ist ein Staatsoberhaupt wert?
Am Ende bleibt ein Gefühl: Das Gehalt des Bundespräsidenten ist hoch, aber nicht unanständig. Es spiegelt die Würde des Amtes wider – und auch die Bürde. Wenn du das nächste Mal Steinmeier im Fernsehen siehst, wie er gerade eine Rede hält, denk dran: Hinter dem Anzug steckt ein Mensch, der mit diesem Geld sein Leben bestreitet, der aber auch für jeden Euro einen hohen Preis zahlt: kaum Privatsphäre, ständig unter Beobachtung, immer repräsentieren. Vielleicht ist das Gehalt dann doch nicht so verrückt. Oder? Also, Chips weglegen, kurz grüßen – und weitermachen. Aber jetzt weißt du Bescheid.
