Euromillionen Gewinner Letzte Ziehung Land
Jeder kennt das Gefühl. Dienstagabend, 20:45 Uhr. Man kauft noch schnell ein Los, träumt von Villa, Yacht und dem Privatkoch. Und dann? Dann kommt die Ziehung. Und irgendwer, ganz weit weg, hat gewonnen. Diesmal war es Land X.
Wieder Land X. Ich sage es, wie es ist: Ich bin sauer. Nicht auf den Gewinner. Dem gönne ich die Villa. Aber auf das Land! Es ist immer das gleiche Muster. Spanien gewinnt, Frankreich gewinnt, Portugal gewinnt. Und wir? Wir sitzen da, starren auf unsere losen Zahlen und denken: „Warum nicht mein Dorf in der Pfalz?“
Die unfaire Geografie des Glücks
Schauen wir uns die letzte Ziehung an.
„Die glücklichen Euromillionen-Gewinner kommen aus Land X“, heißt es. Wieder ein sonniger Ort. Ich habe eine Theorie: Das Glück fliegt einfach schneller dorthin. Vielleicht wegen des besseren Wetters. Oder weil die Uhren dort entspannter ticken. Bei uns ticken sie stressig. Um 20:00 Uhr schreit der Nachbar, weil der Rasenmäher noch läuft. In Spanien wird um 20:00 Uhr erst der Tapas-Teller serviert.
Die Gewinner aus diesen Ländern haben auch immer schönere Fotos. Sie lächeln mit einer Sonnenbrille, halten einen Scheck hoch, und hinter ihnen ist das Meer. Unser Gewinner-Foto wäre ein Parkplatz vor dem Aldi im Nieselregen. Das will niemand sehen.
Meine „unpopuläre Meinung“
Ich finde, die Euromillionen-Macher müssten mal durchgreifen. Eine Art Quotensystem einführen. Deutschland, Österreich, Belgien – wir brauchen mehr Land-Gewinne. Nicht immer diese Sonnenanbeter. Wir haben auch Träume, Leute! Wir wollen nicht nur den Jackpot sehen, wir wollen ihn auch mal hier landen sehen. Ein Gewinner aus Oberammergau zum Beispiel. Oder aus Linz. Stellt euch das vor: „Der Gewinner kommt aus Wanne-Eickel!“ – Das wäre eine Schlagzeile! Das wäre authentisch.

Ich gebe zu, es ist irrational. Der Zufall ist eben zufällig. Aber wenn schon Pech, dann bitte fair verteiltes Pech. Wenn ich verliere, will ich wenigstens wissen, dass auch der Typ in Andalusien verliert. Stattdessen gewinnt er und ich nicht. Das ärgert mich mehr als der Verlust des Einsatzes.
Also, liebe Glücksfee, falls du das liest: Wir wollen weniger Mallorca und mehr Münster! Weniger Costa del Sol, mehr Costa von der Ruhr. Wir sind auch bereit für das große Geld. Wir würden es sogar vernünftig ausgeben: Neue Heizung, einen ordentlichen Kombi und vielleicht eine Woche Borkum. Das ist bescheiden. Das ist deutsch. Und das wäre mal eine schöne Abwechslung zu diesen ewigen Sonnenkönigen aus Land X.

Bis dahin träume ich weiter. Aber mit einer Faust in der Tasche. Und einem leichten Groll auf das Euromillionen-Glück, das einfach immer falsch abbiegt.
Kommt die nächste Ziehung? Ach, lass mich raten: Land X gewinnt wieder… Ich sag’s doch.
