Blau-gelber Strompreis Rabatt Beantragen Land Nö
Der große Blau-Gelbe Stromrabatt: Ein Antrag, der zur Geduldsprobe wird
Stellen Sie sich vor: Sie wohnen in Niederösterreich, dem Land der Marillenknödel und der sanften Hügel. Sie öffnen Ihre Post – und da ist er: der Brief vom Energieversorger. Er lockt mit einem blau-gelben Strompreis-Rabatt. Ein Traum, oder? Endlich wird die Stromrechnung kleiner! Klingt nach einem einfachen Spaziergang im Wienerwald, nicht wahr?
Falsch gedacht. Denn diesen Rabatt zu beantragen, ist ungefähr so unkompliziert wie ein Jodelkurs für Anfänger. Man braucht nicht nur starke Nerven, sondern auch ein gutes Gedächtnis für Formulare. Ich sage es, wie es ist: Die Antragstellung ist eine einzige, wunderbare Chaos-Orgie aus Häkchen, Anhängen und Unterschriften.
„Wir vereinfachen Ihr Leben“, steht in der Werbung. Ha! Die einzige Vereinfachung, die ich bisher erlebt habe, ist, dass ich jetzt weiß, wo meine Kaffeemaschine steht – weil ich so viel Zeit mit dem Ausfüllen des Antrags verbringe.
Zuerst kommt das Online-Formular. Ein freundlicher grüner Button mit der Aufschrift „Rabatt beantragen“. Klick! Falsch gemacht. Denn eigentlich müssen Sie zuerst Ihre Zählernummer parat haben, die 37-stellige. Dann das Geburtsdatum von 1987, obwohl ich niemandem in meinem Haushalt bin, der so alt ist. Und natürlich die letzte Rechnung. In PDF natürlich. Aber nicht zu groß – maximal 2,3 Megabyte, wie eine Gurke beim Schätzen. Ach ja: nur von Montag bis Mittwoch zwischen 9 und 11 Uhr, oder? Oder war das letzte Woche?
Und dann die Post! Huch. Man denkt, man hat alles digital erledigt. Stattdessen flattert ein Brief ins Haus. „Bitte senden Sie diesen Antrag mit Ihrer Unterschrift und einem beglaubigten Auszug aus dem Meldezettel an die NÖ Energieabwicklungsstelle.“ Die haben extra ein Postfach – auf einer Alm in der Buckligen Welt, nehme ich an. Der Brief braucht dann eine Woche, bis er ankommt. Dann eine Woche, bis die Sachbearbeiterin Hertha ihn öffnet. Dann zwei Wochen, bis sie merkt, dass Ihr Mädchenname fehlt. Aber Sie haben gar keinen Mädchennamen!

Das Krönende? Der Rabatt selbst. Nach all diesen Mühen wird er auf der Rechnung als „Blau-Gelber Bonus“ ausgewiesen – aber nur für die erste Stufe. Die zweite Stufe? Die müssen Sie erst im nächsten Jahr beantragen. Mit einem neuen Formular. Und neuen Anhängen. Und vielleicht einem Nachweis, dass Ihr Hamster nicht aus dem Land NÖ stammt (weil der Rabatt nur für Einwohner gilt, die länger als 3 Jahre hier wohnen).
Ich will nicht meckern. Rabatt ist Rabatt, und das Land NÖ meint es ja gut. Vielleicht wollen sie uns nur zeigen, wie wertvoll Strom ist, indem sie ihn so schwer zu sparen machen. Vielleicht ist das eine pädagogische Maßnahme. Oder ein Test für die Geduld der Bürger.

Aber seien wir ehrlich: Wenn man sich das Prozedere ansieht, kommt man ins Grübeln. Ist es nicht einfacher, eine Kerze anzuzünden und auf das nächste Energie-Dienstleistungspaket zu warten? Oder vielleicht gleich selbst ein kleines Wasserkraftwerk im Garten bauen? Schwerter zu Pflugscharen, heißt es doch. Oder in diesem Fall: Formulare zu Brennholz.
Also, liebe Leser, wenn Sie den Blau-gelben Strompreisrabatt beantragen wollen: Seien Sie mutig. Nehmen Sie sich einen Kaffee (der Strom dafür ist noch nicht rabattiert!), schnappen Sie sich einen Stift und antworten Sie nicht auf die Absenderadresse im Spam-Ordner. Aber seien Sie gewarnt: Wenn Sie Erfolg haben, fühlen Sie sich wie ein echter Niederösterreicher – ein bisschen müde, etwas wirr, aber irgendwie stolz, es geschafft zu haben. Und falls nicht? Dann ist der Frust wenigstens kostenlos.
