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Was Wird Beim Pickerl überprüft


Was Wird Beim Pickerl überprüft

Es gibt diesen einen Moment im Jahr, der sich anfühlt wie ein Mini-Abenteuer mit ungewissem Ausgang. Man fährt zur Werkstatt, übergibt sein treues Gefährt – und hofft. Die Rede ist natürlich vom Pickerl, dem österreichischen Paradiesvogel unter den Pflichtterminen. Keine Sorge, wir machen daraus einen entspannten Coffee-Shop-Besuch mit Technik-Check. Denn was genau wird da eigentlich überprüft? Und warum ist es weniger gruselig, als der Name klingt?

Die große Inspektion: Mehr als nur ein Aufkleber

Das Pickerl, offiziell „§57a-Überprüfung“ genannt, ist im Grunde der Gesundheits-Check fürs Auto. Deine Werkstatt schaut nicht nur aufs Öl, sondern auf eine ganze Liste von Punkten, die sicherstellen, dass du und andere sicher unterwegs seid. Stell es dir vor wie einen jährlichen Arzttermin – nur dass dein Auto nicht über Kopfschmerzen klagen kann.

Los geht’s mit dem Bremssystem. Hier wird nicht nur getreten, sondern gemessen: Wie stark bremst das Auto? Sind die Bremsbeläge noch dick genug? Und vor allem: Bremsen alle Räder gleichmäßig? Ein kleiner Tipp: Wenn du beim Bremsen ein „Schleifen“ hörst oder das Lenkrad vibriert, solltest du vor dem Pickerl-Termin vorbeischauen. Das erspart böse Überraschungen.

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Licht, Reifen und die Kunst des Scheinwerfer-Einstellens

Dann kommen die Lichter. Klingt banal, aber die Prüfung ist streng: Abblendlicht, Fernlicht, Nebelscheinwerfer, Blinker, Bremslicht – alle müssen funktionieren und korrekt eingestellt sein. Ein blinder Fleck? Fehlanzeige. Die Werkstatt misst mit einem Lichtprüfgerät, ob du andere blenden könntest. Fun Fact: In Österreich darfst du sogar mit einem defekten Rücklicht zum nächsten Termin fahren, wenn du es nachweisen kannst – aber besser nicht drauf anlegen.

Die Reifen sind ein eigenes Kapitel. Die Profiltiefe muss mindestens 1,6 Millimeter betragen – aber realistisch: 3 bis 4 Millimeter sind der Sweet Spot für Sicherheit und Komfort. Der Prüfer checkt auch das Alter (Reifen über 10 Jahre? Nein, danke), Beschädigungen und den Reifendruck. Kleiner Life-Hack: Wechsel die Reifen auf Winter- oder Sommerreifen nicht erst zwei Tage vor dem Termin, denn dann sind sie oft noch kalt und der Druck stimmt nicht.

Vom Auspuff bis zur Lenkung: Die kleinen Helden des Alltags

Jetzt wird’s technisch. Die Abgasuntersuchung ist Pflicht – und bei älteren Fahrzeugen oft der Grund für Nervosität. Der Motor muss sauber laufen, der Katalysator intakt sein. Ein Trost: Moderne Autos mit Start-Stopp-System haben hier meist ein leichtes Spiel. Und wenn die berühmte „MIL“-Leuchte (Check Engine) leuchtet? Das ist wie ein roter Teppich für die Werkstatt. Lieber vorher auslesen lassen.

Pickerl (§57a-Überprüfung) - Begutachtung aller Automarken | Keusch
Pickerl (§57a-Überprüfung) - Begutachtung aller Automarken | Keusch

Dazu kommt die Lenkung und Aufhängung. Der Prüfer rüttelt an den Rädern – ja, richtig mechanisch – und checkt, ob Spurstangen, Federbeine oder Silentbuchsen Spiel haben. Ein leichtes Knacken beim Einlenken? Das ist das Auto, das dir sagt: „Bitte bald kommen.“

Die Karosserie: Nicht nur schön, sondern auch schützend

Auch die Karosserie wird unter die Lupe genommen. Rost ist hier der größte Feind. Nicht nur aus optischen Gründen, sondern weil er tragende Teile schwächt. Ein kleiner Lackschaden am Schweller? Wenn darunter Rost blüht, kann das zum Durchfallen führen. Also: Öfter mal in der Waschanlage die Unterbodenwäsche gönnen – das ist nicht Luxus, sondern Prävention.

Und dann der Innenraum? Keine Sorge, der Prüfer wühlt nicht in deinen Taschentüchern. Aber: Die Sicherheitsgurte müssen funktionieren, die Warnleuchten (Airbag, ABS) müssen korrekt aufleuchten und wieder ausgehen. Und wenn du ein „Piep, Piep“ beim Rückwärtsfahren hörst? Das ist der Parksensor – kein Prüfpunkt. Pure Entspannung.

Kfz-Werkstatt: Änderungen beim „Pickerl“ ab 2. Februar | AUTOSERVICE
Kfz-Werkstatt: Änderungen beim „Pickerl“ ab 2. Februar | AUTOSERVICE

Praktische Tipps für den entspannten Termin

Damit die Prüfung nicht zum Drama wird, hier eine Kurzliste:

  • Vorher checken: Blinker, Hupe, Warnblinker und die Scheibenwischer – das sind die Klassiker, die oft übersehen werden.
  • Dokumente parat: Fahrzeugschein und vorheriges Pickerl (falls vorhanden) dabei haben.
  • Leeres Auto: Nichts lockt den Prüfer mehr als eine überfüllte Sitzbank – der muss sich bücken und drehen. Weniger Krimskrams = mehr Sympathie.
  • Termin wenn möglich morgens: Die Werkstatt ist ausgeruht, die Reifen sind kalt – aber der Druck passt eher am Nachmittag. Ein Dilemma. Am besten: Nach einer kurzen Fahrt hinstellen.

„Das Pickerl ist wie ein guter Freund, der dir sagt: ‚Du bist okay, aber bitte schau mal auf deine Bremsen.‘“
– Weiss nicht wer, aber es stimmt.

Reflexion: Warum wir das eigentlich lieben sollten

Am Ende, wenn das grüne oder rote Pickerl auf der Windschutzscheibe klebt (bei grün – 2 Jahre Ruhe!), denkst du vielleicht: „Geschafft. Erst nächstes Jahr wieder.“ Aber ehrlich? Diese jährliche Auseinandersetzung mit deinem Auto ist auch eine kleine Wertschätzung für das Ding, das dich täglich zur Arbeit, zum Wochenmarkt oder zum Ausflug mit den Kindern bringt. Es ist kein Kontrollwahn, sondern eine stille Abmachung: Ich kümmere mich um dich, du bringst mich sicher ans Ziel.

Und wenn das Pickerl dann durch ist? Dann gönnst du dir und deinem Auto eine gute Wäsche, einen vollen Tank und vielleicht eine Runde über die Landstraße mit Sonnenuntergang. Weil du weißt: Du bist bereit.

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