Gehalt Austrian Airlines Pilot
Stellen Sie sich vor: Sie sitzen im Flieger, Richtung Malle, Vorfreude pur. Draußen grollt ein Gewitter. Das Flugzeug ruckelt. Alle klammern sich an die Armlehnen. Nur vorne, hinter der gepanzerten Tür, sitzt der Pilot. Er nippt an seinem Kaffee. Sagt ganz cool: „Turbulenzen, Leute, alles normal.“
Für diesen Job, für diese göttliche Ruhe, bekommt ein Pilot bei der Austrian Airlines ein Gehalt. Und jetzt kommt meine unbequeme Meinung: Dieses Gehalt ist ein einziger, riesiger Scherz. Aber nicht, weil es zu niedrig ist, sondern weil es irgendwie total lächerlich hoch ist für das, was er – nennen wir ihn „Kapitän Müller“ – eigentlich den ganzen Tag macht.
Hören Sie mich an. Ich erkläre es. Was macht Kapitän Müller morgens? Er geht zum Flugzeug. Draußen regnet es. Er sagt „Guten Morgen“ zum Bordpersonal. Er schaut auf ein Tablet. Dann drückt er einen Knopf. Das ist kein Witz. Moderne Flieger steuern sich quasi selbst. Der Pilot ist mehr so ein Qualitätsmanager in Unterhaltung. Er achtet darauf, dass die Kiste nicht runterfällt. Aber meistens macht der Autopilot den Job.
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Für dieses Tablet-Drücken und Nicken beim Wetterbericht gibt es ein Gehalt, von dem ich drei Monate gut essen gehen könnte. Als Pilot bei Austrian Airlines startet man mit gutem Geld. Mit Erfahrung knackt man schnell die sechsstelligen Summen pro Jahr. Sechsstellig! Dafür könnte ich mir jeden Tag ein Schnitzel mit Pommes leisten und hätte noch Geld für eine zweite Portion Kaiserschmarrn.
„Klar“, sagen Sie jetzt, „aber die Verantwortung! Hundert Leben!“ Ja, okay. Die Verantwortung ist groß. Aber mal ehrlich: Die Verantwortung eines Busfahrers in der Rushhour ist auch groß. Der bekommt aber kein Piloten-Gehalt. Der bekommt Stress und eine Thermoskanne voll Filterkaffee. Ein Pilot bekommt Stress und ein Gehalt, mit dem er sich eine Thermoskanne aus Platin kaufen könnte.
Das ganze Drama um das Gehalt der Austrian Airlines Piloten wird immer so aufgebauscht. Sie streiken für mehr Geld. Ich verstehe ja: Inflation, teures Leben. Aber während sie streiken, sitze ich im Stau. Mit meinem Busfahrer-Gehalt. Der Pilot steht auf dem Rollfeld, hält ein Schild hoch „Mehr Geld für weniger Tablet-Drücken!“. Und ich? Ich denke: Leute, fliegt doch einfach. Ihr habt den coolsten Job der Welt. Ihr seht die Sonne vor dem Flugzeug. Ihr esst kostenlose Nüsse. Euer Gehalt ist schon now High-End.

Ich habe einen Freund, der Pilot ist. Nicht bei Austrian, aber ähnlich groß. Er jammert über seine Steuerklasse. Wirklich. Er jammert, dass er zuviel Steuern zahlt. Während ich jammer, weil ich eine neue Waschmaschine nicht bar bezahlen kann. Da ist doch die Relation weg. Sein Gehalt ist eine Wohlfühl-Lüge. Man redet immer von den 100.000 Euro brutto. Aber vergisst die 28 freien Tage im Monat. Ja, Piloten haben viele freie Tage. Sie liegen in Las Vegas auf Kosten der Firma. Sie fliegen dienstlich nach New York. Ihr Gehalt ist im Prinzip ein Reise-Bonus mit Flug-Nebenjob.
Also, liebe Kapitäne der Austrian Airlines: Hört auf zu streiken. Nehmt euer Gehalt, fliegt mich nach Malle und seid einfach froh. Ihr habt einen Knopf gedrückt, einen Kaffee getrunken und dafür bekommt ihr ein Haus. Ich muss für mein Haus 40 Jahre arbeiten. Das ist mein unpopuläres Plädoyer. Piloten-Gehalt ist absurd genug – aber absurd gut. Und das soll ruhig jemand sagen.
