counter create hit

Wie Verhandle Ich Mein Gehalt


Wie Verhandle Ich Mein Gehalt

Okay, mal ehrlich: Wer von uns hat nicht schon einmal das Gefühl gehabt, beim Gehaltsgespräch wie ein Teenager beim Taschengeld-Nachschlag dazustehen? Man rutscht auf dem Stuhl hin und her, die Stimme wird leise, und plötzlich ist man froh, wenn man nicht noch einen Rabatt auf die eigene Arbeit angeboten bekommt. Dabei geht es nur ums Geld. Aber gefühlt ist es, als müsste man dem Chef beweisen, dass man die Familienkutsche wirklich verdient hat.

Willkommen im Club der Gehaltsverhandler:innen – einem Club, in dem die meisten Mitglieder lieber einen Zahnarzttermin hätten. Aber keine Sorge, ich nehme euch mit auf eine kleine Reise durch den Dschungel der Zahlen, bei der ihr am Ende vielleicht sogar lächelt.

Die Angst vor dem „Nein“ – oder: Warum wir uns wie ein Parkplatz-Such-Gerät fühlen

Stell dir vor, du stehst im Supermarkt und willst eine Tüte Chips kaufen. Du gehst zur Kasse, legst die Tüte hin, und die Kassiererin sagt: „Das kostet 50 Euro.“ Würdest du einfach zahlen? Nein! Du würdest lachen, die Tüte zurücklegen und gehen. Aber bei unserem Gehalt machen wir genau das: Wir hören eine Zahl, die viel zu niedrig ist, und denken: „Naja, vielleicht ist das ja der Marktwert einer Tüte Chips im Jahr 2024.“ Unfassbar, oder?

Die Wahrheit ist: Dein Chef erwartet, dass du verhandelst. Er hat sogar einen Etat dafür. Du bist nicht der Bittsteller, du bist der Geschäftspartner. Und wenn du nicht fragst, bekommst du garantiert nichts. Also: Trau dich! Wer nicht klopft, dem wird nie aufgemacht.

Die klassische Szene: „Ich hab’ mir das so gedacht…“

Kennst du das? Du sitzt im Büro, der Chef lächelt freundlich, und du sagst: „Also, ich hätte gern… äh… vielleicht… 10 Prozent mehr?“ Das klingt, als ob du um ein Stück Kuchen bittest, den du dir selbst gebacken hast. Stattdessen solltest du sagen: „Meine Leistung hat im letzten Quartal zu einer Umsatzsteigerung von 15 Prozent geführt. Daher schlage ich eine Anpassung auf X Euro vor.“ Klingt wie ein Roboter? Ja, aber ein erfolgreicher Roboter.

Ein Tipp aus dem echten Leben: Bereite einen Ordner mit Erfolgen vor. Kein Quatsch. Ich kenne jemanden, der hat seine E-Mails mit Kundenlob ausgedruckt und in eine Mappe gelegt. Als der Chef zögerte, zog er die Mappe raus und sagte: „Hier, das ist mein Beweis.“ Der Chef las eine Mail, lachte und sagte: „Okay, machen wir 12 Prozent mehr.“ Boom. Das nennt man Vorbereitung.

Wie verhandle ich mein Gehalt richtig? - YouTube
Wie verhandle ich mein Gehalt richtig? - YouTube

Die drei Phasen des Gehaltsgesprächs – wie Dating, nur ohne Kaffee

Ein Gehaltsgespräch ist wie ein erstes Date: Man will sich gut verkaufen, aber nicht zu aufdringlich wirken. Phase eins: Smalltalk. Frage nach dem Urlaub des Chefs. Aber keinen Smalltalk über das Wetter – das ist wie zu sagen: „Ich mag deine Krawatte.“ Besser: „Wie lief die Präsentation letzte Woche?“ Zeigt, dass du mitdenkst.

Phase zwei: Der Hammer. Die Zahl. Hier wird es ernst. Sag nicht: „Ich hätte gern…“ Sag: „Auf Basis meiner Ergebnisse halte ich eine Erhöhung auf 70.000 Euro für fair.“ Das klingt nach Fakten, nicht nach Bitten. Und dann: Schweigen. Das ist der wichtigste Part. Lass den Chef den nächsten Zug machen. Wer zuerst spricht, verliert – wie beim Poker.

Phase drei: Der Abschluss. Wenn der Chef sagt: „Das ist zu viel“, dann sag nicht gleich: „Okay, dann eben 60.000.“ Frag: „Was wäre denn in Ihrem Budget drin? Vielleicht können wir uns auf einen Kompromiss einigen, der für beide Seiten passt.“ Das zeigt Flexibilität, ohne dich zu verkaufen. Und wenn gar nichts geht, frage nach Benefits: mehr Urlaub, ein Firmenwagen oder Home-Office-Tage. Geld ist nicht alles, aber ein freier Freitag fühlt sich wie eine Gehaltserhöhung an.

Gehaltsverhandlung • Die wichtigsten Tipps! · [mit Video]
Gehaltsverhandlung • Die wichtigsten Tipps! · [mit Video]

Die größte Lüge: „Dafür ist kein Budget da“

Das ist der Klassiker. Chef sagt: „Tut mir leid, aber für dieses Jahr ist das Budget schon festgelegt.“ Das ist, als würde der Fluglotse sagen: „Tut mir leid, aber der Himmel ist voll.“ Es stimmt nicht. Budgets sind weich wie Kaugummi. Sie werden verschoben, wenn jemand wichtig ist. Frage zurück: „Okay, aber wenn wir das Gespräch in drei Monaten wiederholen, wäre dann etwas möglich?“ Damit zwingst du ihn, einen Termin festzulegen. Und in drei Monaten hast du dann noch mehr Argumente.

Eine letzte Anekdote aus dem echten Leben

Ein Freund von mir – nennen wir ihn Max – hat nach zwei Jahren im Job endlich den Mut gefasst. Er ging zum Chef und sagte: „Ich möchte 15 Prozent mehr.“ Der Chef schaute ihn an, runzelte die Stirn und fragte: „Warum?“ Max, der vor Nervosität fast zitterte, sagte spontan: „Weil mein Hund eine neue Hütte braucht.“ Der Chef lachte so laut, dass die Sekretärin hereinschaute. Dann sagte er: „Okay, 10 Prozent, aber du erzählst mir die Geschichte beim nächsten Betriebsausflug.“ Siehst du? Manchmal hilft Ehrlichkeit – oder zumindest eine gute Pointe.

Also, mein lieber Leser: Atme tief durch. Dein Gehalt wartet nicht darauf, dass du es findest, sondern dass du es abholst. Du hast den Stallmist schon gemacht, die Überstunden geleistet und die nervigen Kunden besänftigt. Jetzt ist es Zeit, den Preis für deine Arbeit zu nennen. Und wenn du das nächste Mal im Büro sitzt, denk dran: Du bist nicht der Teenager, der um Taschengeld bettelt. Du bist der Erwachsene, der sagt: „Hey, hier ist mein Teil des Deals. Jetzt zeig mir deinen.“

Viel Erfolg – und lass den Chef schweigen!

You may also like