Was Ist Familienbonus Plus
Okay, ehrlich mal: Wer von uns hat nicht schon mal an einem Dienstagabend um 22:30 Uhr hektisch den Online-Banking-Auszug gecheckt und dann einen kleinen Freudenschrei ausgestoßen, weil da plötzlich ein paar Euro mehr drauf waren? Genau so fühlt sich der Familienbonus Plus an – nur dass dieser kleine Freudenschrei jedes Jahr aufs Neue kommt. Aber was zur Hölle ist das eigentlich, dieses magische Wesen aus dem Finanzministerium?
Stell dir vor, du gehst einkaufen, aber an der Kasse sagt die Verkäuferin: „Weil Sie heute Ihr Kind dabeihaben, ist der Einkauf pauschal 2.000 Euro günstiger.“ Du würdest sie wahrscheinlich erst einmal fragen, ob sie einen guten Tag hat oder ob das ein neuer Werbe-Gag ist. Genau das ist der Familienbonus Plus: ein jährlicher Steuerabzug, den dir der Staat quasi in die Hand drückt, nur weil du kleine, laute, hungrige Menschen durch die Gegend schleppst. Pro Kind und pro Jahr gibt es bis zu 2.000 Euro (für Kinder ab 18 Jahren etwas weniger, klar, die sind ja schon fast erwachsen und trinken nur noch teuren Kaffee).
Das Beste daran? Du musst nicht mal ein Formular in einer Amtsstube abgeben, bei der der Beamte deine Unterschrift wie ein Archäologe seziert. Es läuft digital – oder zumindest viel schneller als die Kinderbetreuungskostenabrechnung aus dem letzten Kindergartenjahr. Du beantragst den Bonus einfach beim Finanzamt oder direkt beim Arbeitgeber über das Formular E30 oder das „Familienbeihilfe-Dingens“ (ja, das sind Fachbegriffe). Danach rechnet dein Chef den Betrag einfach von deiner Lohnsteuer ab. Peng. Mehr Netto vom Brutto. Fühlt sich an, als hätte dir jemand heimlich den Kaffee am Morgen bezahlt.
Wie funktioniert das im Alltag? (Oder: Warum mein Konto sich freut, wenn der Zahnarzt ruft)
Nehmen wir ein klassisches Beispiel: Du hast zwei Kinder, fünf und acht Jahre alt. Du zahlst jeden Monat 300 Euro für die Nachmittagsbetreuung, plus 150 Euro für Klassenfahrten, Schwimmkurse und diese verdammte Sammelbestellung für Schulhefte mit Einhörnern drauf (weil die normalen Hefte ja nicht reichen). Dann kommt der Brief vom Zahnarzt: „Liebe Eltern, bei Ihrem Kind wurde ein kleines Loch entdeckt. Kosten: 400 Euro.“ Du stöhnst, du leidest, du denkst an den Familienurlaub, der dieses Jahr gestrichen wird.
Aber dann erinnerst du dich: Der Familienbonus plus! Denn dank diesem Steuerabzug bleibt dir am Ende des Jahres mehr übrig. Angenommen, du bekommst pro Kind 2.000 Euro – das sind 4.000 Euro im Jahr. Das ist nicht nur ein netter Bonus, das ist fast ein Mini-Urlaub oder die halbe Jahresmiete für die Wohnung deiner Schwiegermutter (nein, lass mal lieber den Urlaub). Plötzlich ist der Zahnarztbesuch nur noch ein kleiner Ärger, kein finanzieller Weltuntergang.

Was viele nicht wissen: Der Bonus ist wie ein unsichtbarer Gehaltsausgleich
Manche Leute denken, der Familienbonus Plus sei so eine Art „Geschenk“ vom Staat, wie diese Schokolade an der Supermarktkasse, die du eigentlich gar nicht willst. Bullshit. Nein, das ist Rückerstattung! Du zahlst Steuern, weil du arbeitest, und der Staat sagt: „Hey, du hältst die nächste Generation am Leben, indem du sie erziehst. Dafür bekommst du einen Rabatt auf deine Steuerlast.“ Es ist quasi der Stammkunden-Bonus des Lebens. Nur dass du anstatt zehnmal Kaffee zu kaufen, die Windel-Mülltürme entsorgst.
Ich kenne eine Freundin, die hat den Bonus zwei Jahre lang nicht beantragt. Sie dachte, das sei nur für „richtig Reiche“ oder für Leute mit sehr vielen Kindern. Falsch. Jeder, der in Österreich arbeitet und für ein Kind Familienbeihilfe bekommt, kann ihn beantragen. Sie hat dann nachgerechnet und fast geschrien: „4.000 Euro! Das hätte ich für den neuen Geschirrspüler ausgeben können!“ Stattdessen hatte sie zwei Jahre lang das Gefühl, sie arbeitet nur für die Steuer. Also, Leute: Antrag stellen!

Die Haken? (Ja, natürlich gibt es welche – das ist nicht das Paradies auf Erden)
Klar, nichts im Leben ist umsonst – außer vielleicht die zweite Tüte Chips bei deinem Schwager. Der Familienbonus Plus hat eine Grenze: Er kann die Steuer nicht unter null drücken. Das heißt, wenn du sehr wenig verdienst und kaum Steuern zahlst, dann bekommst du den Bonus nicht in voller Höhe ausgezahlt. Das ist ein bisschen wie „Kauf zwei, zahl eins“ – aber nur, wenn du überhaupt etwas kaufst. Für viele mit geringem Einkommen ist das frustrierend, denn die brauchen den Bonus am dringendsten. Der Gesetzgeber arbeitet daran (oder verspricht es zumindest), aber im Moment gilt: Je mehr du verdienst, desto mehr holst du raus. Ironisch, oder? Das klingt fast wie ein Witz, den das Finanzamt über dich erzählt.
Und dann ist da noch das Thema Kinder unter 18 versus ältere Kinder. Für Teenager gibt es weniger, was vielleicht daran liegt, dass die ab 18 theoretisch selbst Geld verdienen könnten. Aber mal ehrlich: Wer von euch kennt einen 18-Jährigen, der nicht noch von Mamas Kühlschrank lebt? Genau. Trotzdem gibt es den Bonus bis 24 Jahre, wenn das Kind noch in Ausbildung ist. Das ist dann der „Studienbonus“ für Eltern, die sich seit fünf Jahren Nudeln mit Ketchup reinziehen.

Fazit: Antrag stellen und lachen
Also: Der Familienbonus Plus ist kein Zaubertrick, aber er ist der beste Freund deines Geldbeutels im Dschungel der Steuererklärungen. Er spart dir das Gefühl, beim Zahnarzt oder bei der Nachhilfe „nur“ Geld zu verbrennen. Stell ihn dir vor wie einen treuen Hund, der dein Portemonnaie bewacht – nur dass er keine Flecken auf dem Teppich macht.
Also, hol dir das Formular, fülle es aus (vielleicht mit einem Kaffee in der einen und einem Kind auf dem anderen Knie) und freu dich auf das nächste Mal, wenn du auf dein Konto schaust und denkst: „Hey, da ist was übrig!“ Und das, meine Freunde, ist das schönste Gefühl der Welt – fast so schön wie ein ruhiges Wochenende ohne Kindergeschrei. Fast.
