Leopold Ungar Platz 2 1190 Wien
Stell dir vor, du stehst in Wien, direkt an der Adresse Leopold Ungar Platz 2, 1190. Du denkst: „Okay, nett, ein Platz. Vielleicht eine Bank, ein Brunnen, ein grantiger älterer Herr, der mit dem Stock auf Tauben zeigt.“ Falsch gedacht! Total falsch. Denn hier, zwischen den beschaulichen Villen des 19. Bezirks, befindet sich etwas, das man nur als architektonisches Katzenklo der Superlative bezeichnen könnte – oder, für die Feingeister unter uns, als das „Wotruba-Kirche“.
Ein Haufen Beton, der nach oben betet
Ja, du liest richtig. Diese Kirche, offiziell „Dreifaltigkeitskirche“, sieht aus, als hätte ein Riesenkind mit Lego-Steinen gespielt, die plötzlich anfingen, Gott zu loben. Der Künstler Fritz Wotruba hat hier 1976 etwas geschaffen, das selbst Bauarbeiter zum Lachen brachte: 152 Betonklötze, die einfach so übereinander gestapelt wurden – ohne Mörtel! „Hält das?“ fragte der Statiker. „Na, hoffentlich!“ sagte Wotruba. Und es hält! (Bisher, klopf auf Holz… oder Beton).
Ein Priester, der auf dem Klo betet?
Das Verrückteste: Jeder Klotz wiegt bis zu 60 Tonnen. Stell dir vor, du sitzt in der Messe, und neben dir rumpelt ein Betonwürfel vorbei. Das passiert nicht, aber der Innenraum ist so irre wie ein M.C. Escher-Gemälde. Die Ritzen zwischen den Blöcken lassen Tageslicht herein – und Regen. Ja, es gibt eine Pfütze unter dem Altar. Der Pfarrer muss manchmal mit einem Schwamm anrücken. „Heiliger Geist, bitte um drei Uhr bei der Putzkolonne melden!“
Warum Leopold Ungar? Und wer zur Hölle war das?
Der Platz wurde später nach Leopold Ungar benannt, einem österreichischen Priester und Widerstandskämpfer gegen die Nazis. Ein echter Held. Aber ich stelle mir vor, wie er heute hier steht, die Hände über dem Kopf zusammenschlägt und sagt: „Ich hab‘ für Freiheit gekämpft, und jetzt wohne ich neben einem Betonmonster, das wie ein verirrter Dolomit aussieht!“ Aber er hätte es geliebt. Denn die Kirche ist so hässlich, dass sie wieder schön wirkt. Wie ein Mops im Abendkleid.

Praktisch, aber absurd
Willst du hin? Dann nimm die Straßenbahn 38 bis „Krankenhaus“ – kein Scherz, die Haltestelle heißt wirklich so! Dann läufst du bergauf, schwitzt wie ein Schwein im Jogginganzug, und plötzlich: Puff, da ist er. Der Platz. Und die Kirche. Touristen machen Selfies, Anwohner schütteln den Kopf. Ein Fuchs wurde mal dabei gesehen, wie er vom Dach aus Hasen anstarre. Typisch 1190.
Fazit: Leopold Ungar Platz 2 ist der Beweis, dass Wien nicht nur aus Sachertorte und Walzer besteht. Hier tanzt der Beton Samba, und der Himmel lacht sich schlapp. Geh hin, setz dich auf die Bank, und denk dran: Manchmal ist das Schrägste das, was am meisten bleibt. (Und bring einen Regenschirm mit – für innen).
