Ich Möchte Mich Scheiden Lassen
Kennen Sie das? Sie stehen in der Schlange im Supermarkt, die immer die längste ist. Neben Ihnen quengelt ein Kind, Ihre Einkaufstüte hat ein Loch, und vor Ihnen diskutiert jemand ewig über den Preis von Butter. In diesem Moment denken Sie vielleicht: „Ich möchte mich scheiden lassen.“ Aber halt – vom Einkaufswagen, nicht vom Partner. (Meistens.)
Der Satz „Ich möchte mich scheiden lassen“ klingt für die meisten von uns erstmal schwer, wie ein dickes Wörterbuch oder die Bedienungsanleitung für eine Waschmaschine. Dabei steckt dahinter etwas ganz Alltägliches: der Wunsch nach einem Neuanfang. Vergleichen Sie es mit Ihrer Couch. Nach Jahren hat sie vielleicht eine Macke, quietscht bei jeder Bewegung, und die Farbe passt nicht mehr zu Ihrem neuen Leben. Manchmal reicht neuer Stoff – manchmal ist es okay, sich eine neue Couch zu gönnen.
Wenn der Toast immer auf die Butterseite fällt
Stellen Sie sich Tim und Lisa vor. Tim liebt es, jeden Abend Fear the Walking Dead zu schauen. Lisa mag Liebeskomödien. Sie einigten sich jahrelang: eine Serie, dann die andere. Doch irgendwann schauten sie gar nicht mehr gemeinsam fern. Tim aß im Wohnzimmer, Lisa im Schlafzimmer. Die Streitereien um die Fernbedienung wurden zu Streitereien ums Geld, ums Kochen, ums Reden. Eines Morgens, als der Toast auf die Butterseite fiel, dachte Lisa: „Ich möchte mich scheiden lassen.“
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Das klingt dramatisch, aber es ist eigentlich logisch. Wenn Sie täglich einen Schuh tragen, der drückt, hören Sie irgendwann auf zu laufen. Sie wollen keine Qual, sie wollen bequeme Sohlen. Genau darum geht es bei dem deutschen Begriff „Scheidung“: um die Befreiung von etwas, das wehtut – und nicht um ein Scheitern.

Warum sollten Sie sich dafür interessieren?
Weil es nicht nur um Ehen geht. „Ich möchte mich scheiden lassen“ ist ein Lebensgefühl. Haben Sie sich schon mal von einem Job getrennt, der Ihnen die Laune raubte? Von einer Freundschaft, die einseitig war? Vom täglichen Joggen, das Sie hassten? Genau! Sie haben sich scheiden lassen. Und es hat gutgetan.
In Deutschland erleben das jedes Jahr viele, viele Menschen. Sie gehen vor Gericht, aber am Ende fühlen sie sich oft frei wie ein Vogel. Manche haben sogar eine „Trennungs-Party“ mit Sekt und guter Musik. Klingt verrückt? Ist aber so. Denn man trennt sich nicht vom Glück, sondern vom Unglück.

Ein kleiner Trost für den Alltag
Wenn Sie also das nächste Mal in der Supermarktschlange stehen oder der Toast runterfällt, denken Sie daran: Sie müssen sich nicht vom Leben scheiden lassen. Nur von dem, was Ihnen nicht guttut. Ob Partner, Job, Hobby oder die blöde Angewohnheit, immer Ja zu sagen, obwohl Sie Nein meinen. Erlauben Sie sich den Satz: „Ich möchte mich scheiden lassen.“ Probieren Sie ihn laut aus. Klingt befreiend, oder?
Und wenn Sie das Gefühl haben, die große, offizielle Scheidung steht an – holen Sie sich Hilfe. Es gibt Anwälte, die komische Formulare ausfüllen, und Freunde, die mit Ihnen lachen oder weinen. Sie sind nicht allein. Und das Ende einer Sache ist immer der Anfang von etwas Neuem. Vielleicht sogar mit einem Toast, der auf der richtigen Seite landet.
