Bosnische Mark In Euro
Stellen Sie sich vor: Sie stehen an einem sonnigen Tag in Mostar, die alte Brücke glitzert im Wasser, und Sie wollen sich ein frittiertes Burek kaufen. In der Hand halten Sie einen wirren Fächer aus bunten Scheinen – Bosnische Mark. Sie zählen: Zehn, zwanzig, fünfzig. Die sehen aus wie Spielgeld aus einem Monopoly-Set für Abenteuerurlauber. Und dann der Tauschkurs: Eine Mark ist ungefähr ein halber Euro. Kopfschmerzen? Willkommen in Bosnien!
Ich liebe Bosnien. Ehrlich. Die Leute sind freundlich, das Essen ist göttlich, und die Natur ist atemberaubend. Aber dieses Geld-System, Leute, das ist ein Chaos mit Charme. Warum? Weil die Konvertible Mark (kurz KM) so tut, als wäre sie stark, aber in Wirklichkeit ist sie der kleine Bruder des Euro, der immer leise „Ich bin auch wichtig“ flüstert. Und wir, die Touristen, stehen da mit unserem Portemonnaie und fühlen uns wie in einem Mathe-Test für Versager.
Ein Beispiel: Sie zahlen mit Euro – das geht in vielen Restaurants. Sie bekommen Rückgeld in KM. Dann stehen Sie da mit einem Haufen Papier, der aussieht wie bunt bedruckte Servietten. Und um das Ganze noch besser zu machen: Die Münzen haben Löcher! Ja, Löcher! Erinnern Sie sich an diese Plastik-Spielmünzen aus den Neunzigern? Genau so. Aber jetzt sind sie offizielles Zahlungsmittel. Sie können sie an einer Kette tragen, wenn Sie wollen. Praktisch, oder? Nicht wirklich.
„Ich will keinen Wechselgeld-Kurs mehr im Kopf ausrechnen müssen, während ich versuche, Ćevapi zu bestellen!“ – jeder zweite Tourist nach drei Tagen.
Und hier kommt meine unpopuläre Meinung: Machen wir Schluss mit der Bosnischen Mark! Steigen wir komplett auf den Euro um! Ja, ich sage es laut. Ich weiß, die Bosnier sind stolz auf ihre Währung. Sie haben sie nach dem Krieg eingeführt, um Stabilität zu zeigen. Das respektiere ich. Aber mal ehrlich: Wenn Ihr Land sowieso schon einen festen Wechselkurs zum Euro hat – 1,95583 KM für 1 Euro, wer merkt sich das schon? –, warum dann nicht gleich den ganzen Schritt machen? Der Euro ist bequem. Der Euro ist sexy. Der Euro passt in jeden Geldautomaten. Die KM dagegen fühlt sich an wie ein Relikt aus der Zeit, als man noch mit dem Bus nach Split fuhr und den Fahrer mit D-Mark bezahlte.
Stellen Sie sich vor: Sie kommen in Sarajevo an, gehen zum Automaten, drücken auf „Euro“ – und schwupp, haben Sie Bargeld, das Sie auch in Berlin, Paris oder Rimini ausgeben können. Kein Umrechnen mehr. Kein „Ach, das sind ja nur zwei Euro“-Gefühl, wenn Sie 10 KM für einen Kaffee bezahlen (was übrigens etwa 5 Euro sind – teurer Kaffee!). Die Wirtschaft würde profitieren, der Tourismus würde boomen. Und wir, die einfachen Reisenden, würden uns nicht mehr fühlen wie ein Taschenrechner auf zwei Beinen.

Ich weiß, was jetzt kommt: „Aber die Bosnische Mark schützt die nationale Identität!“ Ja, okay. Aber sagen Sie das mal den Leuten in Kroatien, die den Euro eingeführt haben und jetzt fröhlich mit Einkaufstüten durch Dubrovnik laufen. Identität steckt nicht im Geldbeutel, sondern in der Seele – und in den Ćevapi-Rezepten. Die Bosnische Mark ist wie der coole Onkel, der immer noch Schallplatten sammelt. Sympathisch, aber unbequem für alle.
Also, liebe Freunde der Konvertiblen Mark: Gebt nach. Macht es euch und uns leicht. Lasst uns mit dem Euro leben. Ich verspreche, ich kaufe dann doppelt so viele Burek. Und wenn nicht? Dann erfinde ich eine neue Währung: Den Burek-Euro. Nur mit Fettflecken. Aber das ist eine andere Geschichte.
Bis dahin: Rechnen, lächeln, Löcher-Münzen sortieren. Und denken Sie daran: In Bosnien ist Geld immer eine Reise wert – auch wenn Sie am Ende nicht mehr wissen, ob Sie arm oder reich sind.
