5 In 22 Wohnungen
Stell dir vor: Du schlenderst durch eine Berliner Seitenstraße, die Luft riecht nach Regen und frischem Kaffee. Plötzlich stößt du auf eine unscheinbare Hausnummer – und dahinter verbirgt sich ein Mikrokosmos aus fünf Wohnungen, die alle anders ticken. Willkommen im Konzept „5 In 22 Wohnungen“ – einem Trend, der aus der Not eine Tugend macht und das Wohnen in der Stadt neu definiert.
Eigentlich ist die Idee simpel: Statt riesiger, teurer Neubauprojekte werden bestehende Gebäude in kleine, feine Einheiten aufgeteilt. Fünf Stockwerke, 22 Wohnungen – das klingt nach einem Bauplan aus den 1960ern, aber heute steckt mehr dahinter. Es geht um Community und Cleverness. Jede Wohnung hat ihren eigenen Charakter: Die eine mit winzigem Balkon, die andere mit hohen Decken, die dritte mit einer Nische, die perfekt für einen Schreibtisch ist. Kein Einheitsbrei, sondern maximale Individualität auf minimalem Raum.
Der Grund, warum dieses Modell gerade jetzt boomt? Mietpreisbremse meets Kreativität. In Städten wie München, Hamburg oder Köln wird Wohnraum knapp. „5 In 22 Wohnungen“ ist die Antwort von Architekten und Visionären, die sagen: „Lass uns mal anders denken.“ Statt 120 Quadratmeter für eine Familie, die sich das nicht leisten kann, entstehen 22 Einheiten für Singles, Paare und kleine Familien. Weniger Quadratmeter, mehr Leben. Klingt verrückt? Ist es auch – aber auf die gute Art.
Und jetzt kommt der Lifestyle-Part: Diese Wohnungen sind nicht nur funktional, sie sind Bühnen für den Alltag. Die Küche ist vielleicht nur 4 Quadratmeter groß, aber sie ist so clever designed, dass sie Platz für eine Espressomaschine und einen kleinen Kräutergarten hat. Das Wohnzimmer dient tagsüber als Yoga-Studio und abends als Kino. Multifunktionalität ist das Zauberwort. Ein Freund von mir wohnt in so einer 2-Zimmer-Wohnung (38 Quadratmeter) und hat es geschafft, ein Klappbett, einen Schreibtisch und eine Couch für sechs Leute unterzubringen. Sein Geheimnis? Vertikale Lagerung und helle Farben.
Praktische Tipps für den „5 in 22“-Lifestyle
Du überlegst, selbst in so ein Projekt zu ziehen? Dann los – aber mit Plan. Hier sind drei einfache Regeln:

1. Weniger Zeug, mehr Stil. Bevor du einziehst, mach den „One-Box-Test“: Pack alles, was du nicht in eine Kiste bekommst, weg. Oder verschenke es. In solchen Wohnungen ist jeder Quadratmeter wertvoll. Setz auf Minimalismus, aber mit Charakter – ein großer Teppich oder ein auffälliger Wandspiegel können Räume optisch verdoppeln.
2. Denk an die Nachbarn. Das Schönste an „5 in 22“ ist die Nähe. Du hast 21 Nachbarn direkt um dich herum. Das kann nerven – oder das Leben bereichern. Stell dir vor, ihr teilt einen Gartenhof, eine Waschmaschine oder sogar einen Werkzeugkeller. Ich hab von einer WG-Kette gehört, die jeden ersten Sonntag im Monat einen „Flur-Brunch“ macht. Bringt einfach, was ihr habt. Community-Tipp: Starte eine Nachrichten-Gruppe für die Hausgemeinschaft. Für den Fall, dass mal jemand Zucker oder einen Schraubenzieher braucht.
3. Nutze die Höhe. In vielen dieser Wohnungen sind die Decken höher als üblich – weil sie oft in alten Industriegebäuden oder umgebauten Villen sind. Hänge Regale bis zur Decke, nutze Haken für Töpfe oder Fahrräder. Ein Hochbett mit Schreibtisch darunter ist nicht nur für Kinder toll. Fun Fact: In Japan, dem Mutterland des platzsparenden Wohnens, gibt es Mikro-Apartments mit nur 9 Quadratmetern – die Bewohner sind Meister darin, Betten in Schränken zu verstecken. „5 in 22“ ist quasi die europäische, lockerere Version davon.

Ein bisschen Kulturgeschichte am Rande: Die Idee erinnert an die Pariser Chambres de Bonne aus dem 19. Jahrhundert – winzige Dienstbotenzimmer unter den Dächern. Heute sind sie die begehrtesten Lofts der Stadt. Der Unterschied? Früher war es Not, heute ist es Wahl. Und genau das macht den Lifestyle aus: Du entscheidest dich bewusst für weniger Platz, gewinnst aber mehr Freiheit – finanziell und sozial.
Lass uns ehrlich sein: Kochen für zehn Gäste ist in 38 Quadratmetern ein Abenteuer. Aber es schweißt zusammen. Experten-Tipp: Plant gemeinsam „Abendessen im Treppenhaus“ – ein Buffet auf dem Flur, jeder bringt ein Gericht. Klingt low-budget, aber das ist es auch: Nachbarschaft statt Raumkapazität.

Der Alltag in 22 Zimmern
Meine Lieblingsbeobachtung? In solchen Häusern sind die Treppenhäuser voller Leben. Kein trister Beton, sondern Pflanzen, Bücherregale, sogar kleine Sitzbänke. Die Hausgemeinschaft entscheidet oft gemeinsam: „Pflanzen oder keine?“, „Dürfen Kinder hier toben?“ – und plötzlich entsteht aus einem Verwaltungskram ein Gemeinschaftsgefühl. Einmal im Monat gibt es einen „Kellerflohmarkt“, wo jeder aussortiert, was er nicht mehr braucht. Zirkuläre Wirtschaft auf vier Etagen.
Und die Schattenseiten? Klar, Lärm ist ein Thema. Wenn jemand nachts Klavier spielt, hörst du es. Aber auch das ist Kultur – und meistens findet sich ein Kompromiss. Fun Fact: In einem „5 in 22“-Projekt in Frankfurt haben die Bewohner eine „Leise-Zone“ auf einer Etage eingerichtet, während eine andere als gemeinsame Werkstatt dient. Demokratie im Treppenhaus.
Zum Schluss noch eine Reflexion, die vielleicht hängen bleibt: Wohnen ist mehr als Quadratmeter. In einer Welt, in der wir ständig nach mehr streben – mehr Platz, mehr Zeug, mehr Status – geht dieser Trend in die Gegenrichtung. Er sagt: „Weniger Fläche, mehr Leben.“ Ob du nun ein Single in der Stadt bist, ein Paar mit großem Herzen oder ein Kreativer, der Flexibilität braucht: „5 in 22 Wohnungen“ ist eine Einladung, anders zu denken. Es geht nicht darum, wie viel Raum du hast, sondern wie du ihn füllst. Vielleicht ist die beste Entscheidung, die du heute triffst, nicht der Griff zur größeren Wohnung – sondern der Mut, in einer kleineren zu wirklich beginnen.
