Wert Philharmoniker 2000 Schilling
Stell dir vor, du findest auf dem Dachboden eine alte Brieftasche. Drin: ein 200-Schilling-Schein. Kein normaler, sondern einer mit einem goldenen Orchester drauf. Die Wiener Philharmoniker in Hochform. Dein erster Gedanke: "Cool, das sind ja fast 15 Euro." Falsch gedacht. Viel falsch.
Eine Münze, die sich wie ein Goldbarren tarnt
Dieses Ding ist kein Papiergeld. Es ist eine Münze. Und zwar eine aus purem Gold. Die 200-Schilling-Wiener-Philharmoniker-Münze – klingt nach Edel, oder? Die österreichische Münzstätte hat sie von 1989 bis 2001 geprägt. Aber hier kommt der Knaller: Die meisten Leute sehen sie nicht als Geld. Sie sehen sie als Anlage.
"Ich kaufe lieber Philharmoniker als Aktien", sagt mein Nachbar Herbert. Herbert ist 72 und hat einen Gartenzwerg mit Goldkette. Ich traue ihm.
Meine unbequeme Wahrheit
Ich finde diese Münze komisch. Ja, sie glänzt. Ja, sie ist echt. Aber mal ehrlich: Wer will schon ein Orchester auf dem Geldbeutel? Die Wiener Philharmoniker spielen klassische Musik. Klassisch, nicht heavy. Die Münze ist quasi das Gegenteil von rebellisch. Sie ist der brave Bankberater unter den Münzen.
Und dann das Gewicht! Ein Philharmoniker wiegt je nach Größe zwischen 1 Gramm und einer Unze. Die 200-Schilling-Variante ist 20 Gramm schwer. Das fühlt sich an wie ein kleiner Stein, der in deiner Jeanstasche ein Loch reibt. Du gehst einkaufen, und es klackert wie ein Pfandflaschen-Anhänger.

Warum trotzdem alle verrückt danach sind
Die Münze ist auf der Vorderseite mit der Orgel des Musikvereins graviert. Auf der Rückseite blasen die Instrumente. Silberne Bläser, goldene Harfen. Sehr fein, sehr österreichisch. Anleger lieben das. Ein Wiener Philharmoniker 200 Schilling hat heute einen Goldwert von etwa 1.100 Euro. Man kann ihn verkaufen, ohne je die Musik gehört zu haben.
Aber hier ist mein "unpopulärer" Take: Die Münze ist einfach zu hübsch. Zu perfekt. Sie sieht aus wie ein Urlaubs-Souvenir aus der Mozart-Kugel-Fabrik. Ich will mein Geld mit einem Drachen drauf. Oder einem Roboter. Nicht mit einem Violinisten im Frack. Das klingt nach Steuerberater-Kunst.

Der Alltag mit dem Goldklumpen
Stell dir vor, du bezahlst deinen Kaffee damit. "Hallo, ich hätte gern einen Cappuccino", sagst du und schiebst den Philharmoniker über die Theke. Der Barista starrt dich an. "Das sind 200 Schilling, etwa 14,50 Euro", flüstert er. Du: "Nein, das ist Gold für 1.100 Euro." Er: "Ich hab kein Wechselgeld." Ende der Geschichte: Du trinkst den Kaffee nicht, weil du die Münze nicht hergeben willst. Also kaufst du sie nie ein. Sie liegt nur im Tresor. Was für eine Verschwendung!
Letztens hat mein Freund Klaus eine ganze Sammlung geerbt. Er wiegt sie jede Woche. "Das ist mein Rentenplan", sagt er. Ich sag: "Das ist dein Glitzerstein." Er lacht nicht. Die Philharmoniker machen ernst.
Fazit: Lieber Schokolade
Klar, die 200-Schilling-Wiener-Philharmoniker-Münze ist ein Kunstwerk. Sie ist sicher, sie ist wertvoll, sie ist österreichisch wie Kaiserschmarrn. Aber für mich bleibt sie ein bisschen langweilig. Wenn du also eine findest: Freu dich. Verkauf sie gegen echtes Geld. Kauf dafür eine Tafel Schokolade, eine Flasche Wein – und hör dir dabei die echte Philharmoniker-Musik an. Ohne Münze in der Hand. Das macht mehr Spaß, versprochen.
