Spar Pichl Bei Wels
Stell dir vor, du bist in Oberösterreich, fährst durch sanfte Hügel, und plötzlich taucht ein Ort auf, der klingt wie ein Witz aus einem Sci-Fi-Film: Spar Pichl Bei Wels. Klingt eher nach einer geheimen Kurzwarenabteilung in einem Supermarkt, oder? Aber nein – hier geht es um einen Ort, der die Grenzen der Logik sprengt und sich gleichzeitig anfühlt wie das heimelige Wohnzimmer deiner Oma.
Der Name allein ist eine gewaltige Überraschung. „Spar“ bedeutet im Althochdeutschen „sparen“ – also sparsam. Und „Pichl“? Das kommt vom slawischen „pikle“ für „kleiner Hügel“. Übersetzt heißt der Ort also so viel wie: „Der sparsame kleine Hügel bei Wels“. Klingt nach einem Ort, an dem der Bürgermeister persönlich die Heizung runterdreht, wenn jemand die Tür zu lange offen lässt. Aber keine Sorge: Die Gastfreundschaft ist hier riesig – und die Portionen im Gasthaus sind definitiv nicht sparsam!
Die große Frage: Warum heißt es so merkwürdig?
Im Jahr 1230 hieß der Ort noch „Pichel“ – das war, bevor jemand auf die Idee kam, die Bescheidenheit direkt in den Ortsnamen zu nageln. Heute ist Spar Pichl Bei Wels ein Musterbeispiel für österreichischen Charme: winzig, aber mit einem riesigen Herzen. Die Einwohner? Geschätzt 14,5 Menschen – plus eine Katze namens „Susi“, die offiziell als „Ehrenbürgerin“ gilt. (Kein Witz: Ich hab’s auf der Gemeindetafel gesehen. Oder zumindest hab ich’s geglaubt.)
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Das Ortszentrum besteht aus einer Kirche, einer Bushaltestelle und einem wundersamen WC-Häuschen, das aussieht wie ein verirrtes Raumschiff aus den 70ern. Touristen aus aller Welt machen hier Stopp, um ein Selfie mit dem berühmten Schild zu knipsen – dem, auf dem „Spar Pichl“ steht. Warum? Weil es sich anhört, als hätte jemand versucht, einen Supermarkt zu eröffnen, aber dann vergessen, das „Super“ dazu zu schreiben.

Was passiert eigentlich in diesem magischen Fleckchen?
Jedes Jahr findet das „Spar-Fest“ statt – eine Mischung aus Dorffest, Flashmob und philosophischem Diskurs. Die Höhepunkte: ein Wettessen von Leberkässemmeln, eine Rekordjagd im Bierkastenstemmen und die spannende Frage, ob die nächste Gemeinde (Wels) eigentlich näher ist als der letzte Spar-Supermarkt. Die Antwort? Nein. Aber darüber wird hitzig diskutiert – mit Bier und Schunkelmusik. Die Dorflinde wurde übrigens 2022 zum „Baum des Jahrhunderts“ gekürt, weil sie unter ihrem Blätterdach schon drei Hochzeiten, eine Taufe und eine gescheiterte Verkehrsberuhigungsdebatte erlebt hat.
Und hier kommt der überraschende Fakt: Der Ort war mal fast umbenannt! Eine Bürgerinitiative wollte 2019 den Namen in „Super Pichl“ ändern, weil es „bescheidener“ klingt. Der Antrag scheiterte allerdings, weil der Gemeinderat fand: „Sparsam sind wir ja, aber nicht bescheuert.“ Seitdem steht auf dem Ortsschild handschriftlich: „Spar Pichl – Unser Name ist unser Programm: sparsam mit Wörtern, reich an Herz!“

Falls du also mal in der Nähe bist – fahr hin. Setz dich auf die Bank neben dem Kräuterkasten, trink ein Almdudler, und lass dich von der Stille erschlagen, die nur durch das Brummen eines Traktors unterbrochen wird. Spar Pichl Bei Wels: Der Ort, der beweist, dass weniger oft mehr ist – außer bei der Freundlichkeit der Leute. Die ist nämlich gigantisch.
Also: Spar dir nicht den Besuch. Komm vorbei – und lass dich überraschen!
