Kredit Für Schönheits Op
Kennen Sie das auch? Sie scrollen durch Ihr Handy und sehen Werbung für „Kredit Für Schönheits Op.“. Ja, genau. Das ist kein Schreibfehler. Es gibt tatsächlich Kredite für Schönheits-Operationen. Kredit. Für. Schönheits-OPs. Ich musste zweimal hinsehen. Erst dachte ich, es wäre ein schlechter Witz. Aber nein, es ist real. Ernsthaft. Und ich habe eine ziemlich unbeliebte Meinung dazu: Ich finde das total verrückt.
Warum pumpen wir Geld für neue Nasen?
Ich verstehe ja: Man möchte sich wohlfühlen. Ein Pickel vor dem Date? Ärgerlich. Eine Falte? Nicht schön. Aber dafür einen Kredit aufnehmen? Ein Darlehen für eine Botox-Spritze? Das ist doch, als würde man einen Braten mit einem Kreditkarte kaufen – und dann drei Jahre dafür abbezahlen. Einmal im Restaurant „Lifting“ essen, und die Raten sind länger als die Ehe mancher Promipaare.
„Ich habe gehört, manche Leute nehmen einen Kredit für eine Brustvergrößerung auf. Und dann zahlen sie nebenbei noch den Urlaub ab. Der Körper wird zur Immobilie – mit Ratenzahlungsplan.“
Ich frage mich: Wo hört das auf? Nächstes Jahr gibt es dann „Kredit Für Ein Drittes Ohr“? Oder „Finanzierung für die Haartransplantation am Knie“? Die Banken lachen sich ins Fäustchen. Sie sagen: „Sie wollen hübscher sein? Kein Problem! Hier ist Geld. Für 12,9 Prozent effektiven Jahreszins.“ Und Sie sagen: „Ja, bitte!“ Und dann wundern wir uns, warum die Schufa uns nicht mehr mag. „Schönheit hat ihren Preis“, heißt es. Aber doch nicht den eines Kleinwagens!
Der Schönheits-Check beim Finanzberater
Stellen Sie sich das vor: Sie sitzen beim Bankberater. Eigentlich wollen Sie einen Kredit für eine neue Waschmaschine. Aber der Berater sagt: „Moment, Ihre Wangenknochen sind etwas flach. Wie wäre es mit einem Facial-Implantat-Kredit? Das wertet Ihr Lächeln auf – und unsere Bilanz.“ Ich glaube, irgendwann fragen Banker nicht mehr: „Wofür brauchen Sie das Geld?“ Sondern: „Welche Körperteile wollen Sie upgraden?“ Das Konto wird zum Schönheitschirurgen. Nur ohne Narkose und mit Zinsen.

Und dann diese Werbesprüche: „Investieren Sie in sich selbst!“ Ja, klar. Investition in Aktien? Vernünftig. Investition in einen Kochkurs? Nett. Aber eine Investition in eine Nasenkorrektur, die in zehn Jahren wieder hängt? Das ist, als würde man Geld in einen Eimer ohne Boden stecken. Schönheit vergeht. Kredite bleiben – leider.
Eine kleine Gegenrechnung
Rechnen wir mal: Ein Facelift kostet 5.000 Euro. Kreditlaufzeit: 48 Monate. Zinsen: 1.000 Euro. Dafür könnte man einen Urlaub auf Bali machen. Oder 500 Döner essen. Oder eine gebrauchte Couch kaufen. Die Couch ist zwar alt, aber sie stört niemanden. Nach einem Facelift können Sie nicht mal mehr richtig lachen – aus Angst, die Fäden reißen. Und die Bank sagt: „Kein Problem, zahlen Sie einfach weiter. Schönheit ist schließlich unbezahlbar.“ Seit wann ist etwas „unbezahlbar“, wenn man es mit Raten bezahlt?

Ich will ja niemanden beleidigen. Jeder soll tun, was ihn glücklich macht. Aber wenn ich das nächste Mal eine Werbung für „Kredit Für Schönheits Op.“ sehe, würde ich am liebsten schreien: „Hey, Leute! Sprecht doch mal mit einem Psychologen! Oder mit einem Friseur! Ein neuer Haarschnitt kostet 30 Euro und tut nicht weh!“ Aber nein, wir finanzieren lieber unsere Unsicherheiten. Die Banken freuen sich. Und ich? Ich bleibe bei meiner unbeliebten Meinung: Schönheit ist schön – aber nicht schuldenmäßig. Man muss sie nicht mit Zinsen bezahlen.
Also, beim nächsten Mal, wenn Sie überlegen: „Soll ich einen Kredit für meine Lippen aufnehmen?“ Denken Sie an mich. Und an die 48 Raten. Vielleicht reicht ein guter Lippenstift. Der ist bezahlt – und Sie lachen noch lange danach. Versprochen.
