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1 Euro In Schilling


1 Euro In Schilling

Stell dir vor, du findest auf dem Dachboden deiner Oma eine alte Puderdose, und darin liegt ein kleiner Schatz: ein 1-Euro-Stück. Du steckst es ein, gehst zum Bäcker und willst dir eine Brezel kaufen. „Ein Euro?“, sagt die Bäckerin lachend. „Meine Liebe, damit konntest du früher fast zwanzig Schilling kriegen!“ – und plötzlich bist du in einer kleinen Zeitreise gefangen.

Denn so ein 1-Euro-Stück hatte früher eine sehr andere Superkraft: Es war ein Schilling-Magnet! Wenn du heute mit einem Euro durch die Straßen von Wien läufst, hältst du offiziell 13,7603 Schilling in der Hand. Aber das hört sich nach Mathe an, und Mathe macht keinen Spaß. Stattdessen stell dir vor, du wachst an einem sonnigen Samstagmorgen auf, und in deiner Hosentasche klimpert etwas. Du greifst hinein – ein glänzender, moderner Euro. Aber an diesem Tag hat jemand die Euro-Währung gegen die alte Schilling-Währung getauscht, ohne dass du es merkst.

Was du für deinen einen Euro alles kriegen könntest

Du gehst zum Kiosk. Der Verkäufer lächelt und sagt: „Das macht 13 Schilling und 76 Groschen.“ Du blinzelst, aber hey, du hast jetzt diesen magischen Euro. Was früher ein mickriger Euro war, ist auf einmal eine kleine Vermögensvermehrung: Du kaufst für 10 Schilling ein Käsekrainer-Hotdog (mit Senf und einer Gabel) und hast noch 3,76 Schilling übrig. Das reicht für eine kleine Flasche Almdudler oder einen Kugelschreiber mit Werbeaufdruck. Und siehst du das? Du hast deinen Euro nicht mal ausgegeben – du hast zwei Dinge dafür bekommen!

„Ein Euro ist heute ein müder Kaffee am Automaten. Ein Euro war früher fast eine ganze Jause!“ – Oma Waltraud, 82, Veteranin der Märkte.

Der Schilling war ein frecher kleiner Bruder

Der Schilling war ehrlich. Er war aus Metall geprägt und fühlte sich schwer an – du wusstest, dass du richtig Geld in der Hand hattest. Ein Euro ist leicht, fast so, als ob er immer bald wieder wegfliegen will. Aber wenn du heute einen Euro in Schilling umrechnest, wird er plötzlich respekteinflößend. 13,76! Das klingt nach einer Geldbörse voller Klimperzeug. Tatsächlich war der 1-Euro früher kein Kleingeld, sondern fast ein 20-Schilling-Schein – und ein 20-Schilling-Schein war der König der Parkbank. Damit konntest du für drei Tage deinen Kasten Bier beim Wirten stehen lassen oder dir ein ganzes Manner-Schnitten-Brett kaufen (ja, das ganze Ding!).

Stell dir vor: Du gehst heute mit einem Euro in den Supermarkt und bekommst gerade mal eine angeknickte Gurke vom Restetisch. Mit dem gleichen Euro, rückwärts in die Zeit geworfen, gehst du ins Kaffeehaus, bestellst einen kleinen Braunen und bekommst sogar noch ein Glas Wasser dazu. Das Wasser ist gratis, versteht sich – aber der Kaffee ist gezaubert von deinem Euro. Und wenn du mutig bist, kaufst du dir noch ein „Mozartkugel“ aus der Vitrine. Früher hat man so etwas für 2 Schilling bekommen. Heute kostet die Mozartkugel 1,20 Euro – also fast so viel wie dein gesamter Euro. Aber damals, in Schilling, war das ein Schnäppchen.

Wie haben Sie die Euro-Umstellung erlebt? - Geld - derStandard.at
Wie haben Sie die Euro-Umstellung erlebt? - Geld - derStandard.at

Der große Hype: Als der Euro kam, war der Schilling plötzlich Retro

Vielleicht erinnerst du dich: Als der Euro im Jahr 2002 eingeführt wurde, haben alle gesagt: „Ach, der Schilling war so gemütlich!“ Plötzlich war der 1-Euro ganz neu, ganz glänzend, aber irgendwie nicht so herzlich. Der Schilling war der Opa, der dir immer ein Fünferl in die Hand drückte. Der Euro ist der coole Onkel, der einen seltsamen Akzent hat („Ich bin ja jetzt für ganz Europa zuständig“).

Heute, mehr als 20 Jahre später, ist ein Euro in Schilling ein glücklicher Geist. Wenn du jemandem erzählst, dass dein letzter Euro eigentlich 13,76 Schilling wert war, wirst du plötzlich zum Bankier. Du kannst deinen Freunden auf dem Spielplatz erklären, dass ein Cappuccino im Heurigen früher nicht 3,50 Euro gekostet hat, sondern 48 Schilling. Und dann sagst du mit tiefer Stimme: „Ein Schilling war ein Lebensgefühl.“

Also: Nächste Woche, wenn du wieder einen Euro in deiner Jacke findest – hör nicht auf den kleinen Teufel, der sagt: „Bring mich zum Automaten, kauf einen Kaugummi.“ Hör auf den Engel mit dem Schnauzbart, der schreit: „13,76 Schilling! Hol dir eine Leberkässemmel!“ Koste den Moment. Denn ein Euro ist nur ein Euro. Aber ein Euro in Schilling – das ist eine kleine, glänzende Erinnerung daran, dass Geld früher noch ein bisschen mehr gekonnt hat.

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