Steiermark Card Kleine Zeitung
Also, ehrlich jetzt. Wer hat sich die Steiermark Card eigentlich ausgedacht? Wahrscheinlich derselbe Mensch, der auch glaubt, dass man im August unbedingt eine Wollmütze braucht. Ich sage nur: Overrated. Bevor ihr mich steinigt – hört mich an.
Letztes Jahr hab ich mir so eine Karte gekauft. Stolze 59 Euro (oder so ähnlich). Vollgepackt mit „wertvollen" Angeboten. Eintritt in 40 (!) Museen. Gratis Wandern. Rabatt auf Käse. Ich war Feuer und Flamme. Ich dachte: „Jetzt werde ich zum wahren Steirer. Ich stiefele durch jedes Schloss, jede Tropfsteinhöhle und jede Moststraße."
Die crux mit der Kleine Zeitung Card
Dann kam die Kleine Zeitung daher. „Wir haben auch eine Card!", riefen sie von allen Plakatwänden. Und was soll ich sagen? Die Leute sind verrückt danach. Jeder zweite Steirer hat dieses Ding im Geldbörsel. Mein Nachbar, der Herr Huber, wedelt damit herum, als hätte er die goldene Eintrittskarte nach Grünau.
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„Aber die Kleine Zeitung Card ist ja komplett gratis!", schreit jetzt die halbe Steiermark. Genau das ist das Problem!
Wenn etwas kostenlos ist, bin ich misstrauisch. Denn was ist drin? Gratis-Schnuppertage im Fitnessstudio. Ein halber Kaffee beim Bäcker. Fünf Prozent auf eine neue Heckenschere. Wow. Da stehe ich dann um 6 Uhr morgens an der Kassa, zücke stolz meine Karte – und die Verkäuferin sagt: „Den Rabatt gibts nur in Kombi mit dem Abo der Kleinen." Peinlich, oder?
Bei der Steiermark Card ist das anders. Die ist zwar teuer, aber sie ist ehrlich. Du zahlst, du bekommst. Einmal den Erzberg rauf, einmal Riegersburg – schon hast du dein Geld raus. Aber wer fährt bitte dreimal im Jahr auf den Erzberg? Ich nicht. Nach dem zweiten Mal stehe ich da und denke: „Ist das jetzt Grau oder doch Braun vom Gestein?"

Meine Wahrheit: Beide sind ein bisschen albern
Ehrlich? Ich finde, die Steiermark Card ist wie ein Schwimmbad-Abo für jemanden, der Regen hasst. Und die Kleine Zeitung Card ist wie ein Gutschein-Heftl, das einem der Onkel zum Geburtstag schenkt, obwohl man weiß, dass er es selbst nicht braucht.
Trotzdem: Unser Land liebt diese Karten. Auf jeder Alm liegt ein Folder dazu. Jeder Busfahrer kennt sie. Sogar der Zotter (ja, der mit der Schokolade) hat angeblich ein Spezial-Angebot nur für Kartenbesitzer. „Ein Gratis-Schoko-Ticket!" heißt es. Und dann stehst du eine Stunde an, weil ganz Graz denselben Einfall hatte.

Ich will ja nicht meckern. Aber manchmal denke ich: Vielleicht wäre es entspannter, einfach ohne Karte loszuziehen. Wenn ich etwas sehen will, zahl ich meinen Eintritt. Bar. Ohne Rabatt. Ohne Punktesammeln. Ohne das Gefühl, etwas verpassen zu müssen, nur weil ich die falsche Karte im Portemonnaie habe.
Also hier mein ultimativer Tipp: Bleibt flexibel! Kauft die Steiermark Card, wenn ihr wirklich fünf Ausflüge plant. Holt euch die Kleine-Card, wenn ihr den Gratis-Kaffee beim Billa-Markt braucht. Aber tut nicht so, als ob eine dieser Karten euer Leben verändert. Sie tun das nicht. Sie sind einfach nur bunte Plastikstücke, die man ständig vergisst einzustecken.
Und jetzt? Jetzt leg ich mich in die Hängematte und lese die Kleine Zeitung – ganz ohne Card. Nur mit Sonne und einem kühlen Gösser. Das. Ist. Freiheit.
