Wie Viel Taschengeld Mit 14
Letzte Woche saß ich mit meiner Nichte Leonie (14) im Café. Sie bestellte einen Milchshake, ich einen Cappuccino. Als die Rechnung kam, zückte sie stolz ihren Geldbeutel. Drin: ein 10-Euro-Schein und jede Menge Kleingeld. “Mein ganzes Taschengeld für den Monat”, flüsterte sie, fast ein bisschen theatralisch. Der Milchshake kostete 4,50 Euro. Sie zahlte, lächelte tapfer und sagte: “Dann habe ich noch genau 5,50 Euro für die nächsten drei Wochen.” Ich musste lachen – und gleichzeitig dachte ich: Hilfe, wer hat denn hier die Kontrolle?
Die goldene Frage: Wie viel ist “normal”?
Genau diese Szene führt uns direkt zum Thema: Wie viel Taschengeld mit 14 ist eigentlich angemessen? Zu wenig, und das Kind steht (wie Leonie) nach einem Milchshake blank da. Zu viel, und plötzlich wird der neue Hoodie zur Selbstverständlichkeit und das Gefühl für Geld bleibt auf der Strecke.
Laut der aktuellen Kinder- und Jugendstudie (und ja, ich hab da mal nachgeguckt) liegt der Durchschnitt für 14-Jährige in Deutschland zwischen 20 und 40 Euro im Monat. Klingt erstmal nach viel? Ist es aber nicht, wenn man bedenkt, dass damit oft auch Dinge wie Handy-Aufladungen, Snacks, kleine Dinge im Kiosk oder Kinobesuche bezahlt werden sollen. (Falls dein Kind nur Bahntickets zahlen muss – sorry, dann ist 40 Euro echt mau.)
Warum pauschale Beträge Quatsch sein können
Ich weiß, was du jetzt denkst: “Meine Tochter spart für ein teures Konzertticket – also muss sie mehr kriegen.” Oder: “Mein Sohn heizt jede Woche im Skatepark, also reicht das nie.” Und ja, da hast du recht. Taschengeld ist keine Wissenschaft, sondern ein Verhandlungstisch. Die berühmten “20 bis 30 Euro” sind bloß ein grober Richtwert. Der Trick ist: Erst das Kind fragen, wofür es das Geld wirklich braucht.
Leonie, zum Beispiel, braucht das Geld nicht nur für Milchshakes. Sie kauft sich manchmal ein Second-Hand-Buch, legt heimlich 5 Euro für das Geburtstagsgeschenk der besten Freundin zurück und – keine Überraschung – spart für eine neue Handyhülle mit Glitzer. (“Total wichtig”, sagt sie. Ich persönlich finde Glitzerhüllen ein bisschen too much, aber hey.)

Die geheime Zutat: Verantwortung lernen
Hier kommt der ironische Teil: Taschengeld mit 14 ist nicht wirklich dazu da, um Sachen zu kaufen. Es ist ein Trainingslager fürs Erwachsenwerden. Klingt bescheuert? Ist es auch ein bisschen. Aber wenn ein Teenager mit 40 Euro im Monat jonglieren muss, lernt er ganz automatisch: Was passiert, wenn ich alles am ersten Tag ausgebe? Richtig – ich esse den Rest des Monats trockene Nudeln.
Also, liebe Eltern, liebe Tanten und Onkels: Seid großzügig, aber nicht verrückt. Gebt eurem 14-Jährigen lieber 30 Euro und sagt: “Das ist dein Budget für den Monat. Punkt.” Wenn es nach der zweiten Woche plädiert: “Ich brauche dringend Geld für das neue Yung Lean-Album!” – dann antwortet einfach: “Dann musst du dir was überlegen.” Klingt hart, ist aber die beste Lektion in Sachen Finanzkompetenz.
Praktische Tipps, die nicht langweilen
Zum Schluss ein paar ironisch-gutgemeinte Ratschläge für den perfekten Taschengeldplan:

Tipp 1: Redet monatlich drüber. Setzt euch hin, macht einen Kaffee (oder Mate-Tee) und fragt: “Was hast du dir gekauft? Was war nervig? Was war geil?” Ja, das ist cringe. Aber es funktioniert.
Tipp 2: Bonus-Systeme einführen. Wenn das Kind einen Nebenjob macht (Zeitungen austragen, Nachhilfe geben) – dann darf das verdiente Geld obendrauf kommen. Aber Vorsicht: Kein Geld für gute Noten. Das endet in Erpressung. (“Für eine Eins in Mathe kriege ich 20 Euro? Okay, das mach ich!”) – Nope.

Tipp 3: Konsequent bleiben. Wenn das Taschengeld am 15. alle ist, ist es alle. Keine Vorschüsse, keine “Oh, ich geb dir trotzdem 10 Euro”-Aktionen. Die Schmerzgrenze muss spürbar sein. Sonst lernt das Kind nie, dass Geld nicht unendlich ist – und das wäre viel teurer als ein leerer Geldbeutel.
Und Leonie?
Am Ende des Gesprächs im Café grinste sie und sagte: “Weißt du was, Tante? Ich kaufe mir einfach Wasserstoff-Kaugummis und kaue den Rest des Monats. Das kostet fast nichts.” Ich lachte – und gab ihr heimlich einen 5-Euro-Schein. Okay, okay, ich bin inkonsequent. Aber genau das ist der Punkt: Taschengeld ist nie perfekt, sondern immer eine Mischung aus Geben, Nehmen und manchmal einfach Liebe zeigen.
Also, wie viel Taschengeld mit 14? So viel, dass es weh tut – aber nicht so weh, dass das Kind hungert. Und für alle anderen Fälle: Es gibt immer eine Tante, die heimlich was zusteckt. Shh, nicht weitersagen.
