Dr Weinbauer Dr Scheuba
Stellen Sie sich vor, Sie sitzen gemütlich im Café. Der Kaffee dampft, der Kuchen lockt. Doch dann, aus dem Nichts, tauchen sie auf: Dr. Weinbauer und Dr. Scheuba. Sie müssen nicht einmal die Zeitung aufschlagen. Diese zwei sind überall. Sie plaudern in Talkshows, sie schreiben Kolumnen, sie twittern in Ihre Timeline. Und ich muss Ihnen etwas gestehen: Ich finde sie großartig. Wirklich. Aber vielleicht ist das eine unpopuläre Meinung.
„Die zwei sind doch selbstverliebt!“ – höre ich oft. Und ich nicke. Ja, sind sie. Und das ist völlig in Ordnung.
Denn Dr. Weinbauer ist der Mann, der den Alltag mit einer Lupe betrachtet. Er findet das Große im Kleinen. Der kaputte Fahrstuhl im Amt? Ein Drama. Die unhöfliche Verkäuferin? Ein Gesellschaftsphänomen. Und Dr. Scheuba – ach, der liebe Dr. Scheuba – er ist der Meister des feinen Spotts. Er nimmt die Politik auseinander. Aber nicht böse. Er macht es mit einem Lächeln. Man schaut ihm zu und denkt: „Ja, genau so fühlt es sich an, wenn die Welt verrückt spielt.“
Warum also ist diese Meinung unpopulär? Weil viele denken: „Ach, die zwei sind doch immer gleich.“ Sie kreisen angeblich um sich selbst. Ihre Witze wären zu vorhersehbar. Aber sehen Sie mal: Sind wir nicht alle ein bisschen Weinbauer und Scheuba? Jeder von uns hat doch diesen inneren Monolog. Den, der sagt: „Heute schon wieder diese Staus!“ Und dann kommt der nächste Gedanke: „Aber eigentlich ist es lustig, dass ich mich darüber so aufrege.“ Genau das machen die beiden. Sie führen unseren inneren Dialog auf der Bühne.
Ich gebe zu: Früher fand ich sie auch anstrengend. Ich dachte: „Sollen die doch mal leiser sein!“ Aber dann, an einem verregneten Dienstag, blieb ich an einem ihrer Podcasts hängen. Es ging um das Thema „Warten“. Warten beim Arzt. Warten auf den Handwerker. Warten auf die Erleuchtung. Und ich lachte so sehr, dass der Busfahrer sich umdrehte. Dr. Weinbauer beschrieb die „Kunst des Nichtstuns beim Warten“ so genau, dass ich mich ertappt fühlte. Und Dr. Scheuba ergänzte: „Warten ist der einzige Sport, bei dem man sitzen bleibt und trotzdem schwitzt.“ Punkt. Getroffen.
Manche sagen: „Die sind nicht lustig, die sind nur nervig.“ Aber ich finde: Sie sind der Beweis dafür, dass Humor im Alltag steckt. Man muss ihn nur sehen wollen. Und genau das tun sie: Sie zeigen uns den Spiegel. Und wissen Sie was? In diesem Spiegel sehen wir nicht perfekte Helden. Wir sehen uns selbst. Mit unseren kleinen Macken. Mit unserer Ungeduld. Mit unserer Freude am Nörgeln.

Dr. Weinbauer ist der Nörgler mit Stil. Dr. Scheuba ist der Philosoph mit einem Augenzwinkern. Zusammen sind sie das Dynamic Duo des alltäglichen Wahnsinns. Sie erklären uns nicht, wie die Welt besser wird. Sie sagen nur: „Schaut mal, wie absurd das alles ist. Ist das nicht herrlich?“ Und ehrlich? Das ist für mich erfrischender als jede gut gemeinte Lebenshilfe. Denn wer lachen kann über die Zumutungen des Lebens, der hat schon halb gewonnen.
Also, liebe Leser, ich lade Sie ein: Geben Sie den beiden eine Chance. Hören Sie ihnen zu, wenn Sie im Stau stehen. Oder wenn Ihr Chef mal wieder einen sinnlosen Meeting einberuft. Sie werden lachen. Und vielleicht – ganz vielleicht – denken Sie: „Mein Gott, die haben recht.“ Und falls Sie sie immer noch nervig finden? Dann lachen Sie einfach darüber. Das würde Dr. Weinbauer und Dr. Scheuba bestimmt gefallen. Nichts ist schließlich österreichischer, als sich über die zu ärgern, die einem den Spiegel vorhalten.
