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1988 Brutto In Netto


1988 Brutto In Netto

Stellen Sie sich vor: Sie sind im Jahr 1988. Die Mauer steht noch. Die D-Mark ist stark. Und Sie bekommen Ihren ersten Gehaltszettel. Was sehen Sie? Brutto steht da. Und dann kommt Netto. Dazwischen: ein Schlund. Ein schwarzes Loch namens Sozialabgaben und Steuern.

Der große Schock auf Papier

Diese zwei Wörter – Brutto und Netto – haben mehr Ehen zerstört als Untreue. Sie lügen nicht. Aber sie machen einen Witz mit Ihnen. Sie sagen: „Herzlichen Glückwunsch, du verdienst 4000 Mark!“ Und dann flüstern sie: „Ähm, bekommst aber nur 2600.“ Der Unterschied? Dramatisch. 1988 war das Gefühl genau so absurd wie heute. Nur die Zahlen waren anders pieksig.

„Brutto ist das, was du dem Finanzamt zeigst. Netto ist das, was du deinem Ehepartner zeigst, wenn er fragt, wo das ganze Geld geblieben ist.“
– Unbekannter Gehaltsempfänger, wahrscheinlich 1988

Die magische Schrumpfmaschine

Man könnte meinen, Brutto wäre ein Held. Ein starker Mann mit dicken Muskeln. „Ich bringe dir 4000!“ ruft er. Dann betritt Netto die Bühne. Klein, blass, etwas zögerlich. „Tja, nach Abzug von Rentenversicherung, Krankenkasse, Arbeitslosenversicherung und ein paar Steuern... bin ich nur noch 2600.“ Und Sie denken: Habe ich etwa 1400 Mark für Luft bezahlt? Nein. Sie haben für ein Versprechen gezahlt. Die Rente, die Sie nie bekommen. Die Krankenkasse, die Sie ewig warten lässt. Die Arbeitslosenversicherung, die Ihnen nur hilft, wenn Sie genau das richtige Formular ausfüllen.

Aber 1988 hatte einen Vorteil: Die Inflationsrate war niedrig. Sie konnten sich für Ihr Netto tatsächlich eine kleines Auto leisten. Vielleicht einen Golf II. Heute reicht das Netto für einen halben Golf – und die Hälfte davon ist der Sprit.

Vom Brutto zum Netto: So entsteht der Nettolohn verständlich erklärt
Vom Brutto zum Netto: So entsteht der Nettolohn verständlich erklärt

Der geheime Zaubertrick

Stellen Sie sich vor, Sie sind ein Zauberer. Sie nehmen 100 Mark aus der Tasche, wedeln mit einem Tuch – und zack! Es sind nur noch 65 Mark. Das Publikum klatscht. Aber Sie sind nicht glücklich. Sie sind der Brutto-Netto-Zauberer. Und jeder von uns spielt diesen Zauber jeden Monat. Wir unterschreiben den Vertrag, sehen die große Zahl. Wir lächeln. Dann kommt der Abzug. Wir lächeln immer noch, aber anders. Gequält. „Ah, die Sozialversicherung... wie nett, dass sie sich um alles kümmert.“ Und wie praktisch, dass das Geld nicht auf meinem Konto ist.

„Brutto ist eine Romanze. Netto ist der Alltagstee.“ – Volksmund, abgewandelt

Netto Auf Brutto Hochrechnen _ Steuerrechner – VMUS
Netto Auf Brutto Hochrechnen _ Steuerrechner – VMUS

Warum 1988 so besonders war

In den 80ern hatten die Leute noch mehr Respekt vor diesen zwei Zahlen. Man flüsterte über sein Netto. Heute posten Leute ihr Brutto auf Instagram. Respektlosigkeit! 1988 wären Sie ausgelacht worden, wenn Sie gesagt hätten: „Mein Netto ist toll.“ Nein, damals sagte man: „Mein Brutto ist okay, aber das Netto... naja.“ Man verstand: Brutto ist der Versprecher. Netto ist die Wahrheit. Und die Wahrheit 1988 war: Nach Abzug von 1400 Mark bleibt ein schales Gefühl zurück. Aber immerhin hatte man danach noch Geld für eine Fanta und eine Currywurst.

Heute? Heute reicht das Netto nichtmal für die Currywurst ohne Pommes. Aber 1988... da war die Welt noch in Ordnung. Da war der Abzug ärgerlich, aber nicht tödlich. Und wenn Sie ganz ehrlich sind: Haben Sie jemals jemanden sagen hören: „Ich liebe Brutto“? Nein. Jeder hasst den Unterschied. Aber ohne Brutto gäbe es kein Netto. Und das wäre ja auch blöd.

Also: Nächstes Mal, wenn Sie Ihre Gehaltsabrechnung sehen, atmen Sie tief durch. Denken Sie an 1988. Es hätte schlimmer sein können. Sie hätten ja nur ein Brutto haben können, ohne jedes Netto. Aber so, mit diesem leicht enttäuschten Lächeln, gehen Sie zur Kasse. Der Zauber wirkt immer noch.

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