10 Schilling In Euro
Letzthin hab ich in einer alten Jacke gewühlt – ihr wisst schon, diese eine, die man ewig nicht mehr getragen hat, weil man sie eigentlich rausschmeißen müsste. Und dann fällt mir ein 10-Schilling-Stück entgegen. Es klirrt auf dem Boden, glänzt silbrig im Licht, und für einen Moment stehe ich da wie angewurzelt. Der letzte Schilling. Keine Ahnung, wie lange die 10 Euro schon in Vergessenheit geraten war – aber plötzlich war sie wieder da: die Vergangenheit, das Klingeln an der Supermarktkasse, das Gefühl von „klein“ und „doch irgendwie wertvoll“.
Die mathematische Ernüchterung – oder: Wie viel ist ein 10-Schilling-Stück eigentlich wert?
Gut, rechnen wir's kurz durch. Ihr erinnert euch an den Wechselkurs? 13,7603 Schilling = 1 Euro. Ja, diese krumme Zahl, die uns damals alle verwirrt hat. Also: 10 geteilt durch 13,7603. Das ergibt… Trommelwirbel… 0,7267 Euro. Klingt nach nichts, oder? Weniger als ein Kaffee, weniger als ein Brötchen. Aber Moment – ist das wirklich alles?
Ich mein, rein mathematisch ja. Ein 10-Schilling-Stück ist heute genau 73 Cent wert. Nicht mal einen ganzen Euro. Man könnte es heute, wenn man Bock hätte, bei der Oesterreichischen Nationalbank noch umtauschen – unbegrenzt, übrigens! (Ja, auch alte Schillinge sind noch gültig, zumindest als Tauschobjekt.) Aber ehrlich: Wer macht das schon? Ich hab das Teil in meine Hand genommen, draufgeschaut und gedacht: „Du bist jetzt 73 Cent.“ Und dann hab ich losgelacht.
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Vom Gefühl her: Ein kleiner kultureller Schock
Wisst ihr, was mich so fasziniert? Die Diskrepanz zwischen Wert und Bedeutung. Als Kind war ein 10-Schilling-Stück richtig Geld – damit konntest du dir eine Cola oder zwei Kaugummis kaufen. Heute reichen 73 Cent grad mal für einen Kaugummi, wenn überhaupt. Das ist fast ein bisschen traurig, oder? Aber auch ironisch: Der Euro hat die Schillinge entmachtet, aber die Erinnerungen sind unbezahlbar.
Ich hab das Stück dann in die Hand genommen, gedreht, das Wappentier angeschaut – ihr wisst schon, den Adler (oder war’s ein doppelköpfiger? Ich bin zu faul zum Nachschauen). Und plötzlich hatt ich Flashbacks: Den 10er hab ich mal in den „Glücksladen“ geworfen, um ein „Zauberkugel-Ei“ zu ziehen. Nom nom nom – und dann die Enttäuschung, dass da nur eine billige Plastikfigur drin war. Heute krieg ich für 73 Cent nichtmal einen dieser schlechten Scherze.
Was die Wirtschaft uns verschweigt: Inflation, Gefühl, Nostalgie
Wenn ich ehrlich bin, ist dieses 10-Schilling-Stück für mich mehr wert als jeder Euro. Denn es repräsentiert eine Zeit, in der Werte noch greifbar waren – im wahrsten Sinne des Wortes. Heute tippt man aufs Smartphone, überweist 2,50 Euro für einen Kaffee, und das Geld verschwindet in der digitalen Wolke. Der Schilling dagegen war schwer, klirrte, roch nach Metall und alter Geldbörse.

Klar, in Euro ist das Ding ein Witz. Aber als Relikt? Als kleiner Hebel, der eine Tür in die Vergangenheit öffnet? Unbezahlbar. Ich hab das Stück jetzt auf meinem Schreibtisch liegen. Als Gesprächsstarter – und als Erinnerung daran, dass nicht alles, was wenig wert ist, auch wertlos sein muss.
Und was machst du jetzt damit?
Falls du auch noch einen 10er in einer alten Dose findest – herzlichen Glückwunsch! Du hast 73 Cent plus eine Portion Nostalgie gewonnen. Du könntest:
- Ihn zur Bank bringen und in Euro tauschen. Mach das nicht. Zu langweilig.
- Ihn als Glückscent in deine Geldbörse stecken. Ich schwör, er bringt Glück. (Keine Garantie, aber fühlt sich gut an.)
- Ihn verschenken – an jemanden, der versteht, dass 10 Schilling mehr sind als 73 Cent.
Aber die beste Idee: Hör auf zu rechnen. Lass den Euro-Calculator in deiner Schublade. Der 10er ist kein Geld mehr. Er ist ein Andenken. Ein kleines, silbernes Time-Machine-Ticket. Also leg ihn irgendwohin, wo du ihn siehst, und warte, bis er dir wieder „Hallo“ sagt.
P.S.: Sollte ich jemals eine Zeitmaschine bauen, dann fahr ich damit zurück in die 90er – und kauf mir von 10 Schilling eine ganze Tüte Mini-Pizzen aus dem Automaten. Heute krieg ich dafür nicht mal den Automaten selbst. So läuft das mit der Inflation.
