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Wilhelm Exner Gasse 23


Wilhelm Exner Gasse 23

Stellen Sie sich vor: Sie schlendern durch Wien, vorbei an einem ganz normalen Gebäude mit der Adresse Wilhelm Exner Gasse 23. Nichts Besonderes, oder? Ein unscheinbarer Name auf einem blauen Schild. Aber lüften wir den Vorhang: Hinter dieser Adresse verbirgt sich eine wunderbar skurrile Geschichte, die uns zeigt, wie Genie und Humor manchmal Hand in Hand gehen.

Ein Name für ein ganzes Viertel

Die Gasse ist benannt nach Wilhelm Exner, einem österreichischen Erfinder und Wirtschaftsmagnaten des 19. Jahrhunderts. Er war ein echter Tüftler, der unter anderem die elektrische Glühlampe zur Marktreife brachte – und das in einer Zeit, als Thomas Edison noch patentierte, was das Zeug hielt. Exner dachte: „Wenn schon Glühbirne, dann richtig!“ Sein Name klingt vielleicht trocken, aber der Mann hatte Biss. Er gründete sogar das Technische Museum Wien – wo man heute noch bestaunen kann, wie verrückt und clever die Erfindungen von damals waren.

Doch was hat das mit der Gasse 23 zu tun? Ganz einfach: Die Adresse selbst ist ein kleines Dementi gegen jede Langeweile. Denn in diesem unscheinbaren Haus steckt eine der charmantesten Geschichten der Stadt: Hier, in den 1920er Jahren, lebte und arbeitete Josef „Pepi“ W. Schrott, ein Lokalheld, der mit einer ebenso genialen wie sinnlosen Erfindung berühmt wurde – dem „Gummiband-Rückholer für heruntergefallene Socken“.

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„Manche Leute sagen, das sei die unnötigste Erfindung der Welt. Aber jeder, der schon mal beim Socken-anziehen am Morgen das Gummiband verloren hat, weiß: Es ist die wichtigste!“ – Zitat einer Wiener Zeitung von 1927.

Schrotts Apparat bestand aus zwei Federn, einem Holzklotz und einem Zwirnfaden. Einfach, aber effektiv. Die Presse liebte ihn. Er bekam sogar eine kleine Ausstellung im Technischen Museum – direkt neben Exners Original-Glühbirne. Der Clou: Schrott stellte seinen Apparat immer genau an der Hausnummer 23 vor, weil „23“ die Zahl der Schuhgröße seiner Frau war.

Wo die Bürokratie auf den Witz trifft

Und hier wird es wirklich lustig. Die Stadt Wien wollte in den 1930er Jahren die Gasse umbenennen. Der Grund: Die alteingesessene Familie Exner hatte ein Problem mit dem „Socken-Erfinder“ und drohte mit einem Skandal. Die Akten, noch heute im Wiener Stadt- und Landesarchiv einsehbar, zeigen einen erbitterten Schlagabtausch. Die Behörde schrieb: „Der Ruf der Gasse wird durch jodelnde Apparaturen geschädigt.“ Daraufhin antwortete Schrott mit einem offenen Brief, in dem er vorschlug, die Gasse kurzerhand in „Gummizug-Gässchen“ umzubenennen. Die Stadt lehnte ab – aber der Namen blieb. Bis heute.

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Ein letztes Detail: In den 1970er Jahren tauchte am Haus ein handgemaltes Schild auf: „Hier wohnte Josef Schrott, der Sockenheld“. Kein offizielles Denkmal, sondern ein Liebesbeweis der Nachbarn. Noch heute suchen Touristen und Studenten manchmal die Wilhelm Exner Gasse 23 auf, um ein Foto vor dem unsichtbaren „Sockenmuseum“ zu machen – auch wenn dort längst ein Yogastudio eingezogen ist.

Wenn Sie also das nächste Mal an einer Straße mit einem gelehrten Namen vorbeigehen, denken Sie an Pepi Schrott und seine verrückte Socken-Rettungsmaschine. Manchmal steckt hinter einem langweiligen Namen und einer Hausnummer die wunderbarste kleine Geschichte der Welt – eine von Genie, Murks und einem Schmunzeln, die noch heute in der Luft liegt, genau dort, in der Wilhelm Exner Gasse 23.

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