Was Kann Ich Von Steuer Absetzen
Stell dir vor: Es ist ein verregneter Dienstag im März. Du sitzt in deiner Küche, um dich herum stapeln sich Quittungen, Kassenzettel und ein Kaffee, der schon längst kalt ist. Du starrst auf das Formular der Steuererklärung und denkst: „Warum mache ich mir das eigentlich immer so schwer? Das Geld ist doch eh weg.“ Aber dann, ja dann, erinnerst du dich an den Spruch deines Kollegen: „Du kannst so viel absetzen, Alter. Sogar deine Kaugummis, wenn du sie beruflich kaust!“ – okay, der letzte Teil stimmt nicht. Aber der Kern? Der ist goldrichtig.
Warum du nicht blind Steuern zahlen solltest
Die Sache ist die: Der deutsche Fiskus ist ein bisschen wie ein zögerlicher Onkel, der dir Geld schenken will, aber nur, wenn du ihm genau sagst, wofür. Und ja, viele von uns lassen dieses Geld einfach liegen. Warum? Weil wir denken, Steuern absetzen sei was für Anwälte, Freiberufler oder Leute mit Aktientaschen. Falsch! Auch du, der du im Büro sitzt, von zuhause arbeitest oder ab und zu ein Fachbuch kaufst – du verschenkst bares Geld, wenn du nicht weißt, was geht.
Die Klassiker: Arbeitszimmer, Homeoffice und der Kugelschreiber
Fangen wir mit dem Offensichtlichen an: Homeoffice. Seit Corona ist das kein Luxus mehr, sondern Alltag. Wenn du keinen separaten Raum hast, gibt es die Homeoffice-Pauschale: 6 Euro pro Tag, maximal 1.260 Euro im Jahr. Aber Vorsicht: Das gilt nur, wenn du kein richtiges Arbeitszimmer hast. Hast du doch eins? Dann ab in die Steuererklärung damit – inklusive anteiliger Miete, Strom, Internet. Ja, sogar die Renovierungskosten für den Raum, in dem du deine nervige Videocall-Kulisse aufgehübscht hast, kannst du absetzen. (Ironie an: Also, falls dein Chef mal fragt, warum die Wand jetzt pastellblau ist – du hast es für die Steuer gemacht.)
Aber nicht nur der Raum zählt. Was ist mit dem Bürostuhl, der deinen Rücken rettet? Oder dem Drucker, der immer dann streikt, wenn du es eilig hast? Alles absetzbar, solange du es beruflich nutzt. Auch der Kugelschreiber, die Maus, der zweite Monitor – und, mein persönlicher Favorit: Fachbücher und Zeitschriften. Ja, auch das Buch „Wie werde ich reich, ohne zu arbeiten?“ – aber nur, wenn du nachweisen kannst, dass es für deinen Job relevant ist. (Also, lies es im Zug und sag, es sei Fortbildung.)
Das große Geheimnis: Werbungskosten – mehr als nur Fahrtkosten
Viele denken bei Werbungskosten nur an die Fahrt zur Arbeit. Dabei ist das wie ein Eisberg: Die Spitze siehst du, aber unter Wasser schwimmt eine Menge. Fortbildungen zum Beispiel. Hast du einen Kurs belegt, ein Seminar besucht, eine Online-Schulung gemacht? Das Geld ist nicht weg – es ist absetzbar. Inklusive Fahrtkosten, Übernachtung, Verpflegung (ja, sogar das Mittagessen während des Kurses, wenn du es belegst).

Und dann: Arbeitsmittel. Das klingt langweilig, ist aber ein Goldschatz. Software, die du für den Job brauchst? Absetzbar. Ein neues Handy, das du privat und dienstlich nutzt? Teilweise absetzbar. Sogar die Brille, wenn du sie für die Bildschirmarbeit brauchst – dazu brauchst du ein Attest vom Augenarzt. Aber hey, das ist eine Stunde Arbeit für 200 Euro Ersparnis. Klingt fair, oder?
Die kleinen Freuden: Verpflegungsmehraufwand und Umzugskosten
Ein besonders unterschätzter Punkt: Wenn du beruflich unterwegs bist – Dienstreise, Außendienst, sogar die Fahrt zum Kunden – dann gibt es Verpflegungsmehraufwand. 14 Euro pro Tag bei Abwesenheit von 8 bis 24 Stunden. 28 Euro, wenn du länger weg bist. Das klingt wenig, aber wenn du drei Mal im Monat auf Schulung bist, summiert sich das auf über 500 Euro im Jahr. Und das ist echtes Geld, das du zurückbekommst.
Auch Umzugskosten sind ein Geheimtipp. Wechselst du den Job und musst dafür umziehen? Der Umzugswagen, die Kartons, die Maklergebühren – alles absetzbar. Sogar die Fahrtkosten für die Besichtigung der neuen Wohnung. Ja, wirklich. Ich kenne Leute, die haben ihren Umzug fast komplett von der Steuer bezahlt bekommen – und dann gefeiert, dass sie jetzt in der neuen Stadt wohnen.
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Die ironische Pointe: Was nicht geht – und warum du trotzdem nicht verzweifeln solltest
Natürlich gibt es auch Sachen, die nicht gehen: Deine privaten Netflix-Abos zum Beispiel (leider, ich weiß). Oder dein Fitnessstudio-Beitrag, es sei denn, du bist Profisportler. Und der Kaffee fürs Team? Nur als Betriebsausgabe, wenn du selbstständig bist. Aber nicht für den Angestellten.
Mein Rat: Hör auf, die Steuererklärung zu hassen. Sieh sie als Mini-Lotterie mit garantierter Rendite. Jeder Euro, den du absetzt, ist ein Euro, den du nicht an den Staat verschenkst. Und wenn dir das alles zu kompliziert ist: Hol dir eine Steuersoftware (die du übrigens auch absetzen kannst). Oder einen Steuerberater. Die Kosten sind meistens absetzbar – und das Beste: Die Ersparnis ist oft größer als die Ausgabe.
Und jetzt? Geh, such deine Quittungen zusammen. Auch die von letztem Jahr. Der Fiskus wartet schon. Und denk dran: Jeder abgesetzte Euro ist ein kleiner Sieg über die Bürokratie. Also mach ihn groß.
