Nach Beendigung Der Arbeiten
Kennen Sie dieses Gefühl? Sie bauen ein Möbelstück auf, lesen die Anleitung – und am Ende steht da dieser Satz: „Nach Beendigung der Arbeiten“. Dieser Satz ist ein kleiner Tyrann. Er versteckt sich in Handbüchern, auf Baustellen und in offiziellen Formularen. Und ich habe eine unpopuläre Meinung dazu: Ich hasse ihn. Aber auf eine liebevolle Art.
Der heimliche Held der Langeweile
Stellen Sie sich vor: Sie haben gerade ein Regal aufgehängt. Es steht schief, aber stabil. Ihre Hände sind voller Staub. Und jetzt? Jetzt kommt „Nach Beendigung der Arbeiten“. Was soll das heißen? „Bitte jetzt aufräumen“? Oder „Jetzt einen Kaffee trinken“? Der Satz ist wie eine nichtssagende Drohung. Er ist so allgemein, dass er nichts bedeutet.
„Nach Beendigung der Arbeiten sind alle Werkzeuge zu reinigen und zu verstauen.“
Lesen Sie das laut. Fühlt sich das nicht an, als würde ein Roboter Sie anschreien? Dabei wissen wir alle: Nach Beendigung der Arbeiten liegt das Werkzeug erstmal drei Tage auf dem Boden. Der Satz ist ein Lügner.
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Die heimliche Wahrheit über den Satz
Ich behaupte: „Nach Beendigung der Arbeiten“ ist der langweiligste Satz der deutschen Sprache. Er klingt wie ein Amt, das niemand besuchen will. Aber hier kommt der Clou: Eigentlich ist er ein positive Provokation. Denn wer den Satz benutzt, gibt zu: „Ich habe keine Ahnung, was du jetzt tun sollst. Aber tu etwas.“
Wir kennen alle die Alternativen. „Zum Schluss“ klingt nach einem Film. „Danach“ ist zu direkt. „Am Ende“ ist zu dramatisch. Nein, „Nach Beendigung der Arbeiten“ ist der König der Unverbindlichkeit. Er ist wie ein Schild mit der Aufschrift: „Hier könnte Ihr Text stehen.“
Warum wir ihn trotzdem lieben sollten
Ich schlage vor: Feiern wir den Satz. Nächstes Mal, wenn Sie etwas tun – „Nach Beendigung der Arbeiten“ – machen Sie genau das Falsche. Lachen Sie. Werfen Sie die Bohrmaschine in die Ecke. Der Satz will sagen: „Das Schlimmste ist vorbei.“ Der Kampf mit dem Möbelstück, der Schweiß auf der Stirn – vorbei. Was jetzt kommt, ist Freiheit.

Ein Beispiel: Sie haben das Klo geputzt. Nach Beendigung der Arbeiten? Sie essen ein Gummibärchen. Punkt. Der Satz hat nichts mehr zu melden. Er ist nur noch ein Echo aus der Vergangenheit.
Meine unpopuläre Meinung
Ich bin überzeugt: „Nach Beendigung der Arbeiten“ ist lustig. Ernsthaft. Es klingt nach Pflicht, aber es ist eine Pflicht, die niemand ernst nimmt. Sagt nicht der Satz eigentlich: „Mach, was du willst. Aber sag nicht, ich hätte dich nicht gewarnt“? Er ist wie der Freund, der sagt: „Ich habe dir ja gesagt, du sollst nicht so viel trinken.“ – nachdem du schon drei Biere intus hast.
„Nach Beendigung der Arbeiten ist der Arbeitsbereich zu verlassen.“
Haha. Als ob das jemals ein Mensch getan hat. Wir bleiben doch alle noch zehn Minuten, quatschen, kippen den Kaffee um. Der Satz ist ein Papierlöwe. Er brüllt, aber er beißt nicht.

Ein Plädoyer für den Satz
Also, liebe Leser, ich bitte Sie: Wenn Sie das nächste Mal „Nach Beendigung der Arbeiten“ lesen, lächeln Sie. Dieser Satz ist ein Lebensbegleiter. Er taucht auf, wie Sand in den Schuhen am Strand. Man kann ihn nicht abschütteln. Aber man kann ihn umarmen. Sagen Sie laut: „Gut, du alter Zausel. Dann mache ich jetzt etwas Verbotenes.“
Denn das ist die geheime Botschaft: Nach Beendigung der Arbeiten ist Schluss mit der Vernunft. Der Baustellenfuzzi trinkt sein Bier. Der Heimwerker legt die Füße hoch. Der Bürohengst surft im Internet. Alles erlaubt. Der Satz ist eine Einladung zum Chaos.
Ich wage zu behaupten: Ohne diesen Satz wären wir alle verloren. Er gibt uns eine Ausrede. „Hast du den Raum aufgeräumt?“ – „Ja, nach Beendigung der Arbeiten war mir das nicht mehr wichtig.“ Und das stimmt ja auch.
Ach ja: Nach Beendigung dieses Artikels sollten Sie eigentlich einen Spaziergang machen. Aber ich schlage vor: Nach Beendigung des Lesens legen Sie das Handy weg und tun etwas ganz Simples. Lachen Sie. Der Satz hat gewonnen – und das ist gut so.
