Flughafen Bergamo Ryanair Abflug Terminal Parken
Okay, lass uns über den Flughafen Bergamo sprechen. Genauer: über die heilige Dreifaltigkeit des Billigreisens: Ryanair, Abflug und Parken. Ich habe eine unpopuläre Meinung, und die teile ich jetzt mit dir. Setz dich hin.
Der Ryanair-Abflug: Ein olympischer Sport
Du kennst das Ritual. Du buchst einen Ryanair-Flug für 9,99 Euro. Jubel. Dann checkst du den Abflugterminal. Bergamo hat ja nur einen. Aber welcher? „Abflug“ steht da. Das ist wie im Labyrinth: Du siehst den Ausgang, aber der Weg dorthin ist voller Fallen. Zuerst die Schlange. Menschenmassen, die aussehen, als hätten sie gepackt für eine Expedition zum Mars, aber nur nach Palermo fliegen.
„Sie haben kein Priority Boarding? Dann stellen Sie sich bitte hinten an. Ganz hinten. Hinter der Familie mit dem lebenden Huhn im Koffer.“
Dann die Sicherheitskontrolle. Du ziehst deine Schuhe aus, während dein Nachbar versucht, sein Duty-Free-Parfüm durch den Scanner zu schmuggeln. Und dann, endlich, das Gate: Gate A1. Das ist immer dasselbe. Weit weg. Ganz weit weg. Du läufst. Und läufst. Durch schmale Gänge, vorbei an Souvenirläden, die Bergamo-Kühlschrankmagnete verkaufen, die dich anstarren. „Du schaffst das“, flüstern sie. Aber du weißt es besser.
Das Parken: Die wahre Abenteuerreise
Jetzt zum eigentlichen Wahnsinn: dem Parken. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Die Naiven parken direkt am Terminal. Kosten: 60 Euro für drei Tage. Bezahlst du. Beim nächsten Mal lernst du. Du fährst zum günstigen Parkplatz „P3 Economy“. Klingt nach Angebot. Ist eine Lüge. Du parkst dein Auto auf einem Feld, das aussieht wie eine Mondlandschaft. Kein Schatten. Kein Dach. Nur Kieselsteine und der Duft von Rasenmäher in der Ferne.
Du gehst zum Shuttle-Bus. Der kommt nie. Wirklich. Ich habe dort gestanden und einer Taube zugeschaut, wie sie meine Reisetasche inspizierte. Nach 25 Minuten rumpelt ein Bus heran. Der Fahrer sieht aus, als hätte er das Rad erfunden. Du steigst ein. Die Klimaanlage funktioniert nicht. Es riecht nach Käse und gebrochenen Träumen.

Der Bus fährt. Nicht zum Terminal, nein. Erst zur „Parking P1 Premium“. Da stehen die Teslas und die Leute, die Priority Boarding kaufen. Du schaust neidisch aus dem Fenster. Dann geht es weiter. Vorbei an der Tankstelle. An der Autobahnausfahrt. Irgendwann hält er. „Terminal?“, fragst du. „Nein, das ist der Frachtbereich“, sagt der Fahrer und grinst. „Nächster Halt: Ihr Abflug. In 15 Minuten.“
Die unpopuläre Wahrheit
Ich sage es jetzt: Das ganze Flughafen Bergamo-Erlebnis mit Ryanair ist eine Farce. Aber eine großartige. Es ist wie ein Hindernislauf für den kleinen Geldbeutel. Du sparst 30 Euro beim Flug und gibst sie für Parken und Busfahren wieder aus. Du kämpfst mit dem Terminal-Labyrinth, während dein Rücken von der schlechten Sitzhaltung im Flieger schmerzt.

Und weißt du was? Es ist okay. Weil du danach in Italien bist. Du isst eine richtige Pizza. Trinkst einen Espresso. Und wenn du zurückkommst, suchst du dein Auto auf dem Mondparkplatz. Du findest es nicht. Du hast das Kennzeichen vergessen. Du wanderst umher, bis die Sonne untergeht. Ein Rentner aus der Schweiz hilft dir. Er parkt auch auf P3. Ihr lacht. Ihr seid ein Team.
„Eigentlich ist es ganz einfach“, sagt er. „Man muss nur den Schildern folgen. Und niemals dem Ryanair-Piloten vertrauen, der sagt: ‚Wir landen pünktlich.‘“
Also: Flughafen Bergamo. Ryanair. Abflug. Parken. Ja, es ist chaotisch. Ja, es ist ein bisschen dumm. Aber genau das lieben wir doch daran. Oder? Ich sag nur: Nächstes Jahr wieder. Aber diesmal parke ich auf P1. Oder vielleicht lasse ich das Auto zu Hause. Ach, Unsinn. Wo kämen wir da hin?
