Wo Kann Man Am Flughafen Tegel Mit Dem Motorrad Parken
Es war ein warmer Freitagnachmittag im Mai. Ich stand mit meiner Honda CB650R auf der Anfahrt zum Flughafen Tegel – eine Maschine, die normalerweise nur Freiheit bedeutet. Aber hier, zwischen Taxis und gestressten Mietwagenfahrern, fühlte sie sich an wie ein Fluch. “Wo zur Hölle soll ich dich nur lassen?”, fragte ich sie flüsternd. Der Berliner Flughafen Tegel (TXL) – kurz vor seiner ewigen Schließung – war berüchtigt für chaotische Parkzonen, und ich war mit dem Motorrad unterwegs, um einen Kumpel abzuholen. Kein Gepäck, nur Abenteuer. Aber der Anfang war eine Farce. Kein Schild für Motorradparkplätze. Kein freundlicher Herr am Schalter, der mir den Weg weist. Gefühl: absolutes Scheitern.
Ihr kennt das ja vielleicht. Man will einfach nur schnell parken, niemandem im Weg sein, und trotzdem denkt man: “Wenn ich mein Bike hier abstelle, ist es entweder weg oder abgeschleppt.”
Die Wahrheit über Tegel: Es gab sie, die Motorradplätze – aber versteckt wie Ostereier
Für alle, die mit dem Motorrad zum Flughafen Tegel fahren wollen (oder mussten): Ja, es geht. Aber nein, es ist nicht offensichtlich. Der Flughafen war ein temporäres Provisorium für Jahrzehnte, und das spiegelt sich in der Logistik wider. Offizielle, dedizierte Motorradparkplätze gab es nicht – aber inoffizielle, goldene Zonen.
Die beste Lösung: Parkhaus C (P3). Klingt langweilig, ist aber der Geheimtipp. Unten in der Tiefgarage gab es spezielle, mit Schildern markierte Bereiche für Motorräder. Die waren nicht riesig, aber immer frei. Witz der Geschichte: Die Einfahrt ist so eng, dass man mit einem dicken Cruiser fast am Spiegel hängen bleibt. Aber einmal drinnen – kostenloses Parken für Bikes? Ja, für eine bestimmte Zeit. Offiziell war es nicht gratis, aber die Schranken waren oft großzügig oder die Sensoren ignorierten Motorräder. Ironic an: Ich habe nie bezahlt. Vielleicht lag es am Gewicht? Oder die Schranke hatte Mitleid mit meiner Verwirrung.
Der Parkplatz “Kurz vor dem Ausgang”
Eine noch bekanntere, aber riskantere Option: Die öffentliche Straße direkt am Terminal A. Dort standen oft 10-15 Motorräder in einer Reihe – zwischen den Fußgängerüberwegen. Das war illegal. Offiziell ist es ein Halteverbot. Aber die Berliner Polizei hatte entweder Mitleid oder keine Lust, Protokolle für Motorräder zu schreiben. Side comment: Kennt ihr dieses Gefühl, wenn ihr etwas tut, weil alle anderen es auch tun? Das ist wie beim Drängeln auf der Autobahn – ein kollektives Risiko. Wenn ich dort parkte, zitterte ich jedes Mal nach der Reise: “Steht sie noch? Oder ist sie Teil einer Berliner Kunstinstallation geworden?”

Insider-Tipp: Parkplatz P4 (Parkhaus D) war auch ein Juwel. Direkt neben dem Hotel Mercure. Dort gab es einen überdachten Bereich, der wie ein Moped-Café wirkte. Keine Schilder, kein Sicherheitsdienst, aber immer ein paar eingefleischte Biker. Einmal sprach ich einen an: “Ist das hier safe?” Er zuckte mit den Schultern: “Bruder, solange du keinen BMW-Tourer mit vollem Zubehör abstellst, passiert nichts.” Harte Worte, aber wahr.
Die Admin-Hölle: Was kostet das eigentlich?
Wenn ihr denkt: “Ich parke einfach auf dem normalen Parkplatz”, dann Achtung. Die Schranken lesen Kennzeichen. Ein Motorrad wird oft nicht erfasst. Heißt: Ihr steht. Das Tor öffnet nicht. Ihr sucht einen Knopf. Drückt ihn. Eine Stimme aus der Box: “Bitte geben Sie Ihre Parkticketnummer ein.” Ihr habt aber keins. Oder noch schlimmer: Ihr steht auf einem Pkw-Platz, und ein Porsche-Cayenne-Fahrer schreit euch an, dass ihr seinen Platz klaut. Glaubt mir, das passiert.

Preise? 3 Euro pro Stunde im Parkhaus. Aber wie gesagt: Motorradfahrer berichten, dass die Schranken oft aus technischen Gründen nicht zahlen mussten. Ich habe es nie verstanden – aber ich habe es geliebt.
Praktische Tipps für den Ernstfall
Falls ihr, wie ich, nicht auf Zufälle vertrauen wollt:

- Parken in den Wohngebieten rund um Tegel. (z.B. Kurt-Schumacher-Platz oder Scharnweberstraße) – 10 Minuten Fußweg. Risiko: 0%. Kosten: 0€. Einfach, deutsch, effektiv.
- Die absolute Ironie: Tegel hatte einen Fahrradparkplatz mit Bügeln. Ich habe schon Bikes gesehen, die dort mit einem Seilschloss an einen Bügel gekettet waren. Don’t do it! Ein Motorrad wiegt nicht wie ein Hollandrad – die Diebe lachen sich tot.
- Letzter Notfall: Fragt die Taxifahrer. Die kennen jeden Winkel und jeden Kniff. Einmal sagte einer zu mir: “Stell dich einfach hinter den Airport-Turm, da kontrollieren die nur Flugzeuge.” Er hatte recht.
Fazit: Tegel war ein Biker-Moment – verrückt, aber liebenswert
Heute ist Tegel Geschichte. Der Flughafen ist zu. Aber die Frage “Wo parken mit dem Motorrad?” bleibt für jeden Flughafen relevant. Für mich war Tegel eine Schule der Improvisation. Ich lernte: Manchmal muss man einfach mutig sein, das Bike in der Kurve abstellen und hoffen, dass die Berliner Karma-Fee es bewacht.
Und falls ihr jemals wieder an einem Flughafen verzweifelt: Denkt an mich, der mit seiner Honda zwischen Chef-Etagen-Pkw und Raucher-Ecken hin- und herirrte – und am Ende immer einen Platz fand. Weil das, was Biker verbindet, nicht die Logistik ist, sondern der Glaube an den nächsten freien Fleck.
Prost, Tegel. Du chaotischer, aber verständnisvoller Kerl.
