Wie Viele Kirchen Gibt Es In österreich
Stellen Sie sich vor, Sie fahren durch Österreich. Sie sehen einen Hügel. Was steht darauf? Eine Kirche. Sie sehen ein Tal. Was liegt darin? Eine Kirche. Sie sehen ein Dorf mit drei Häusern. Raten Sie mal: eine Kirche. Österreich ist nicht das Land der Berge. Es ist das Land der Kirchen. Die Frage „Wie viele Kirchen gibt es in Österreich?“ klingt harmlos. Aber lassen Sie uns ehrlich sein: Die Antwort ist „zu viele“. Oder besser: genau genug für eine wirklich gute, unpopuläre Meinung.
Offizielle Zahlen sagen: Es gibt rund 13.000 Kirchen, Kapellen und kirchliche Gebäude. Das ist etwa eine Kirche pro 700 Einwohner. Klingt wenig? Bedenken Sie: Die Hälfte der Bevölkerung geht nie in eine Kirche. Die andere Hälfte geht in dieselbe Kirche. Aber da stehen trotzdem 13.000 rum. Das ist, als würde jeder Österreicher eine eigene Kirche besitzen – nur dass die meisten sie nicht mal von innen sehen.
Die Kirche als österreichisches Grundrauschen
Sie können keine fünf Kilometer fahren, ohne eine zu sehen. In Wien drängen sich die Kirchen wie Touristen am Stephansdom. In Tirol steht auf jedem Berg eine Kapelle. In Kärnten haben die Seen mehr Kirchen als Fische. Es ist eine Art Verschwörung der Glockentürme. Überall, wo Sie hingehen, haben Sie eine Kirche im Blick. Selbst wenn Sie in den Wald gehen, um dem Alltag zu entfliehen: Plötzlich eine Waldfriedhofskapelle. Sie sind einfach nicht sicher.
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„Meine Oma sagte immer: ‚Wenn du dich verirrst, such den Kirchturm.‘ Heute sage ich: ‚Wenn du einen Kirchturm siehst, bist du immer noch verloren.‘“ – Ein verwirrter Wanderer
Warum so viele? Eine kleine Geschichtsstunde (kurz, versprochen)
Früher gab es eine einfache Regel: Jedes Dorf braucht eine Kirche. Punkt. Wenn zwei Dörfer nebeneinander lagen, bauten sie trotzdem zwei Kirchen, nur um sich zu ärgern. Der Kirchenbauboom war wie der aktuelle Handyvertrags-Wahn: Jeder wollte den besten Turm, die größte Orgel, die dicksten Glocken. Heute stehen diese Monumente rum, wie alte Handys in der Schublade. Sie funktionieren noch, aber keiner benutzt sie wirklich.

Dann kam die Barockzeit. Die Österreicher dachten: „Unsere Kirche ist zu schlicht. Wir müssen sie mit Gold, Engeln und Rocaillen überladen.“ So entstanden Tausende prachtvolle Bauten. Jetzt haben wir Kirchen, die aussehen wie eine Hochzeitstorte von Mozart persönlich. Schön, aber nach dem dritten Stück wird’s süßlich.
Die unpopuläre Meinung: Weniger wäre mehr (oder: Ich hab‘ genug von Kirchen)
Ich sage es, wie es ist: Wir haben zu viele Kirchen. Aber nicht, weil ich ein Kirchenhasser bin. Sondern weil jede dieser Kirchen Heizkosten verschlingt. Und Reinigung. Und Versicherung. Statt 13.000 Kirchen könnten wir locker 3.000 gute behalten und den Rest in coole Dinge verwandeln. Zum Beispiel: Kletterhallen in Kirchtürmen. Oder Biergärten in Kirchenschiffen. Ein Kirchen-Flohmarkt: „Kaufen Sie eine Kirche – inklusive Altar und Kirchenmaus!“

„In Kärnten gibt es eine Kirche, die ein Wirtshaus ist. In Wien eine, die ein Konzertsaal ist. In Salzburg eine, die ein Museum ist. Der Trend ist klar: Kirchen werden zu Erlebnisorten. Das finde ich super! Solange das Bier kalt ist.“ – Ein glücklicher Gast
Was machen wir also mit den 13.000 Kirchen?
Ich schlage vor: Wir zählen sie nicht mehr. Wir genießen sie einfach. Sie sind da. Sie sind hübsch. Sie sind wie ein österreichischer Hummer: viel Schale, wenig Fleisch, aber sieht toll aus. Gehen Sie ruhig rein, setzen Sie sich, atmen Sie die kühle Luft. Sagen Sie „Hallo“ zu den alten Fresken. Und dann: Gehen Sie wieder raus und trinken Sie einen Melange im Café gegenüber. Denn die wahre Religion in Österreich ist nicht die Kirche. Es ist der Kaffee. Und dafür brauchen wir keine 13.000 Filialen. Höchstens eine pro Dorf.
Also: Wie viele Kirchen gibt es in Österreich? Genug, um sich nie zu langweilen. Aber auch genug, um sich zu fragen: „Leute, hätten wir nicht mal mehr Brücken bauen sollen?“ Aber still. Der Kirchturm schaut zu.
