Kredit Deutschland Wohnsitz österreich
Stell dir vor: Du hast einen deutschen Kredit. Nicht irgendeinen. Einen von der Sparkasse oder der Deutschen Bank. Diszipliniert. Seriös. Tilgungsplan bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag. Und dann? Dann bekommst du eine verrückte Idee.
Du ziehst nach Österreich.
Ja, genau. Wohnsitz: Österreich. Kredit: Deutschland. Und plötzlich wird aus deinem soliden deutschen Kredit ein österreichischer Jodel-Kredit.
Die Bank in Deutschland klingt an. Ganz freundlich. "Herr Mustermann, Sie sind jetzt in Wien? Ah, das ist ja lustig. Wir müssen leider die Konditionen prüfen." Und du denkst: Prüfen? Ich bin doch immer noch derselbe! Ich habe nur den Wohnort von München nach Salzburg verlegt. Das sind 150 Kilometer. Kein Mondflug.
Aber nein. In der deutschen Bankenwelt ist ein Umzug nach Österreich wie ein Umzug nach Neuseeland. Nur mit mehr Schnitzel und weniger Schafen.
Du suchst im Internet. Du findest Foren. Lauter Menschen mit demselben Problem. Sie heißen "Kredit-Deutschland-Wohnsitz-Österreich-Flüchtlinge". Einer schreibt: "Ich habe meinen Autokredit bei der Commerzbank. Jetzt wohne ich in Graz. Die wollen, dass ich den Kredit sofort tilge." Ein anderer: "ING? Lacht mich aus." Ein dritter: "KfW-Studienkredit? Die schicken mir einen Brief auf Deutsch, den ich nur mit Übersetzer verstehe: 'Rückzahlung in österreichischen Schilling? Geht nicht.'"
Was ist das Problem? Warum ist ein deutscher Kredit in Österreich so kompliziert wie ein Schweizer Uhrwerk?

Die Antwort ist langweilig. Es geht um Bankenregulierung, Bonitätsprüfung und das österreichische Exekutionsrecht. Aber wir wollen nicht langweilig sein. Wir wollen lustig sein. Also sagen wir: Die Bank hat Angst. Angst vor dem Sachertorte-Effekt. Sie denkt, du wirst dein Geld in Schmäh und Kaffeehaus-Kultur investieren. Dass du den Kredit nicht zurückzahlst, weil du jetzt auf einmal ein "leiwander" Typ bist, der beim Heurigen sitzt und "Oans, zwoa, drei" singt, anstatt den Tilgungsplan zu lesen.
Dabei ist das Gegenteil der Fall. Ein Österreicher mit einem deutschen Kredit ist der zuverlässigste Schuldner der Welt. Er hat nämlich immer beide Länder im Kopf. Er denkt: "Wenn ich nicht zahle, ärgere ich die deutsche Bürokratie UND die österreichische Gemütlichkeit. Das wäre ein maximaler Stress." Er zahlt sogar doppelt. Einmal aus Pflichtgefühl, einmal aus Höflichkeit.
Meine unbeliebte Meinung: Die Deutschen sollten stolz sein, wenn jemand mit ihrem Kredit nach Österreich geht. Das ist doch eine Veredelung! Der Kredit bekommt ein bisschen Schmäh, ein bisschen Grant, ein bisschen Kaiserschmarrn. Aus einem Kredit wird ein Kreditzauber.

Stattdessen? Blockieren. Fordern. Mahnen. Die Banken tun so, als wäre Österreich das Känguru-Land. Dabei sprechen wir dieselbe Sprache! Na gut, fast. Der Bankberater sagt in München: "Bitte überweisen Sie den Betrag." In Wien sagt er: "Herrschaftszeiten, zahlen's doch endlich an." Das ist kein Grund für eine Kreditkündigung.
Ich sage: Schafft das "Österreich-Klausel-Problem" ab. Lasst die Kredite wandern. Wie die Zugvögel. Nur mit weniger Federn und mehr Zins.
Also, liebe Leser: Wenn ihr einen deutschen Kredit habt und nach Österreich zieht, habt keine Angst. Ihr seid nicht allein. Ihr seid Teil einer exklusiven Gruppe. Der Grenzgänger-Finanz-Nomaden. Ihr habt einen Kredit in Deutschland, eine Wohnung in Österreich und ein Herz, das in beiden Ländern schlägt. "Prost" und "Mahlzeit" sagen sie dazu. Oder, wie die Bank sagen würde: "Bitte um Rückzahlung bis zum 30. des Monats."
Egal wo ihr wohnt. Der Kredit lebt weiter. Nur die Bank versteht es nicht.
